Herz aus Stahl
Fotos

Noch brutaler als 2009 in Quentin Tarantinos "Inglourious Bastards": Brad Pitt macht Jagd auf Nazis – diesmal im Panzer. - Foto © 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

"Herz aus Stahl"

Kriegsfilm

Verkaufsstart: 07. Mai 2015

Story:

April im Jahr 1945, Hitler hat Nazi-Deutschland für den "totalen Krieg" mobilisiert. Der abgebrühte Panzerkommandant Don "Wardaddy" Collier (Brad Pitt) und seine Crew (Michael Peña, Jon Bernthal und Shia LaBeouf) sind in ihrem "Fury" getauften M4 Sherman bei der alliierten Gegenoffensive an vorderster Front dabei. Ihre Mission, die Sicherung einer für den Vormarsch wichtigen Kreuzung, verlangt vor allem vom Greenhorn der Truppe, dem sensiblen Norman Ellison (Logan Lerman aus "Noah"), Unmenschliches ab.

Hintergrund:

Filmemacher David Ayer (schrieb das Drehbuch zu "Training Day") legte bei seinem im britischen Oxfordshire gedrehten 68-Millionen-Dollar-Epos Wert auf Authentizität inklusive echter Explosionen und Schusswechsel. Das 37-Tonnen-Monster "Fury" ist ein echter M4-Sherman-Panzer aus dem Bovington Tank Museum – auch Uniformen, Waffen und Ausrüstung waren weitestgehend Originale. Den fünf Hauptdarstellern verordnete der Ex-U-Boot-Techniker David Ayer einen mehrmonatigen Vorbereitungsmarathon samt Navy-Seal-Bootcamp und Nahkampftraining; um ein Gefühl für den Panzer zu bekommen, musste die Gruppe zeitweise sogar in "ihrem" M4 leben. Und damit seine Jungs leinwandtauglich ausgebrannt aussahen, setzte der 46-jährige Regisseur am Set zudem auf Parkour-Laufen und Schlafentzug.

Kritik:

David Ayer zeigt blutiges und barbarisches Kriegskino, das vom Kampfgeist eines Sam-Peckinpah-Klassikers durchzogen ist. Sein verstörend real wirkendes Actiondrama macht die klaustrophobische Enge im Panzer ebenso fassbar wie den bitteren Schlachtfeld-Alltag mit seiner absurd-endlosen Abfolge von Kämpfen und Pausen, in denen zerfetzte Glieder im matschigen Braungrün von Kettenfahrzeugen zerquetscht und Männer zu Monstern werden – friedliche Momente haben da etwas grausam Surreales. Helden? Fehlanzeige. Am Ende gibt es nur Überlebende, die aus grauen Kriegsgesichtern ins Leere starren. Ein packender Horror-Trip, der nachwirkt.

Fazit:

Kraftvolles Kriegskino, das die Schlachtfeld-Realität in ihrer ganzen Grausamkeit zeigt – und mit Pitt und Lerman zwei Top-Akteure aufweist

USA 2014; OT Fury; D Brad Pitt, Shia LaBeouf, Michael Peña, Jon Bernthal; R David Ayer, B David Ayer, P Ethan Smith u.a., K Roman Vasyanov, MU Steven Price, E Derek Bird; FSK 16; 134 Min.


Kinotrailer zu "Herz aus Stahl":


Artikel vom 05. Mai 2015

Autor: Angela Zierow