Fack ju Göhte 2

Exklusiver Blick ins Drehbuch: TV DIGITAL besucht das Set von "Fack ju Göhte 2" spricht mit den Stars und verrät, wie es mit Zeki Müller weitergeht. - Foto © 2015 Constantin Film Verleih GmbH / Christoph Assman

Am Set von "Fack ju Göhte 2"

Blick ins Drehbuch

Bisschen vorsichtig mit’m Ton, Mäusetittchen!", fährt Elyas M’Barek das junge Mädchen an und erntet Entsetzen in den Gesichtern der Umstehenden. Nur Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin grient hinter dem Monitor in sich hinein. Wieder hat einer seiner frechen Sprüche gesessen.

Wir sind im ersten Stockwerk eines Autohauses in München-Laim am Set von "Fack ju Göhte 2", der seit Langem erwarteten Fortsetzung der sensationell erfolgreichen Komödie aus dem Jahr 2013. Über 7,3 Millionen Zuschauer allein in Deutschland sahen die Geschichte des dreisten Knastis Zeki Müller (Elyas M’Barek), der als angeblicher Lehrer an die Goethe-Gesamtschule geht, um dort nach seiner letzten Beute zu suchen, dabei die doofen Schüler um Chantal (Jella Haase) mit seiner rabiaten "Pädagogik" mächtig aufmischt und sich obendrein in die Kollegin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) verknallt.

Setbesuch

Heute ist der 42. Drehtag von insgesamt 47 für Teil zwei, und Hauptdarsteller Elyas M’Barek freut sich: "Wir können endlich wieder die Sau rauslassen." Bereits die erste Szene des Films wird die Fans begeistern: Herr Müller beginnt den Sexualkundeunterricht auf seine ganz eigene, drastische Art ("Rein, raus, rein, raus – bis die Frau so tut, als ob sie gekommen ist, und weiter ‚Topmodel‘ gucken kann") – ohne zu merken, dass er nicht die Klasse 10b vor sich hat, sondern viel zu junge Schüler ...

In der zweiten Szene, bei deren Dreh TV DIGITAL vor Ort ist, besucht Herr Müller die etwas schlichte Chantal in einem Autohaus, wo sie ein Praktikum absolviert und einen kleinen Unfall bauen wird. Bei dem "Mäusetittchen" handelt es sich um die arrogante Mitpraktikantin Silke (Zsa Zsa Inci Bürkle) von der Schillerschule, die Herr Müller heftig auflaufen lässt. In der gerade gedrehten Einstellung spuckt er ihr sogar ein Kaugummi in die Kaffeetasse. "Ein paarmal habe ich dabei getroffen", grinst Elyas M’Barek. "Zwei Packungen sind schon verbraucht." "Lass das mal mit der Tasse", fordert Regisseur Bora Dagtekin seinen Star auf, "sonst müssen hier immer alle lachen."

Woher kommt der Erfolg?

Herzlich lachen konnte bei Teil eins vor allem das junge Publikum. Viele haben gerätselt über den phänomenalen Erfolg, der sogar Til Schweigers Hits übertrumpfte. Der in Hannover geborene Bora Dagtekin hat eine Erklärung: "Wir versuchen, möglichst viele Humorfarben zu kombinieren. Von bissigen Pointen bis zur physischen Screwball-Action – es ist für jeden was dabei. Ob später jeder Gag in den Film kommt, entscheiden wir im Schneideraum."

Die Story

Der zweite Teil – er wird unter dem Codenamen "Off School" gedreht – setzt die Geschichte der Klasse 10b und ihres "Lehrers" fort. Die Direktorin Gudrun Gerster will die Goethe-Gesamtschule im Schulranking nach vorn bringen. Dazu braucht es eine internationale Klassenfahrt. "Zeki Müller ist das ganz recht, weil er die Beute, die er damals bei seinem Bankraub gemacht hatte, in einem Schulmaskottchen versteckt hat – das wiederum als Spende in einer internationalen Schule in Thailand gelandet ist", erklärt Elyas M’Barek, der übrigens "in echt" noch viel attraktiver aussieht als auf der Kinoleinwand.

"Zeki erklärt sich ‚großmütig‘ bereit, die Fahrt anzutreten – aber er hat nur vor, seine Beute zurückzuholen!" In Thailand gerät die Situation mit den chaotischen Kids außer Kontrolle. „Die Schüler machen, was sie wollen, Zeki hält sie nicht im Zaum.“ Sein Problem: Freundin Lisi ist nicht dabei, weil die Schüler ihr eine Handgranatenattrappe ins Gepäck geschmuggelt haben. Dazu nervt auch noch der ehrgeizige Lehrer Hauke Wölki (Volker Bruch) vom konkurrierenden Schiller-Gymnasium.

Lieblingscharakter Chantal

Dafür rückt die Lieblingsfigur vieler "FJG"- Fans mehr in den Mittelpunkt: Schülerin Chantal, die mit ihrer charmant-prolligen Art begeisterte. Und mit wilden Outfits: Heute trägt sie ein pinkfarbenes Ooops- Shirt. "In Thailand fährt Chantal ordentlich auf und ist sehr knapp bekleidet", sagt Jella Haase. Die 23-Jährige weiß genau, warum ihre Figur so beliebt ist: "In Boras Drehbuch ist alles schon sehr auf den Punkt geschrieben. Ich habe dann überlegt, wie ich das aussprechen würde. Ich bin ja in Kreuzberg aufgewachsen – von daher kannte ich so ein paar Tussis." Dennoch war Jella Haase zuerst überrascht von der Popularität Chantals – und erfreut. "Junge Leute, die mich auf der Straße getroffen haben, waren immer sehr aufgeregt. Sie wollten, dass ich so spreche wie im Film und konnten oft gar nicht auseinanderhalten, dass ich das als Schauspielerin mache", sagt sie. "Sie waren enttäuscht, dass ich ganz normal reden kann."

Apropos normal reden: Elyas M’Barek verhaspelt sich jetzt kurz bei seinem Text, murmelt leise "Scheiße" und ist froh, sich etwas zurückziehen zu können. "Ich schaffe mir dann immer meine Ruhemomente, das ist wichtig. Meistens habe ich eine Ecke, in die ich mich verziehe", so der 33-Jährige. Bora Dagtekin – unauffällig in Jeans und grauem Hoodie gekleidet – bleibt den ganzen Arbeitstag über erstaunlich ruhig. "Er hat es nicht nötig zu zeigen, dass er das Heft in der Hand hat", verrät M’Barek. "Ich kann mich 100-prozentig auf ihn verlassen, und bisher hat das ja auch ganz gut funktioniert. Wenn Bora hinter seinem Monitor lacht, dann weiß ich, es war gut, alles ist okay!"

Kinotrailer zu Fack ju Göthe 2

Seine fast meditativ ruhige Art erklärt der 36-jährige Regisseur so: "Nach zwei Monaten Action in Thailand ist ein deutscher Set eben entspannend. Da wir nicht alles proben konnten, entwickeln wir beim Drehen immer wieder Ideen, arbeiten quasi ständig am Drehbuch." Nach dem Film wartet die Arbeit an den vielen Clips, die schon den ersten Teil sehr gut beworben haben. "Die Kinolandschaft wird von US-Blockbustern dominiert, die auf Comics oder Romanen basieren. Man muss schon viral auf die Kacke hauen, um Originalstoffe als Marke zu etablieren", so Dagtekin. "Wir liefern daher auch für Teil zwei bis zum Kinostart eine Menge Extra-Content, online und auch im Kino. Feedback und Klickzahlen zeigen, dass unsere Zuschauer den Film zusätzlich zum Kino gern auf vielen Kanälen erleben." Und vielleicht auch auf ein weiteres Sequel hoffen? Da mischt sich Elyas M’Barek ein: "Teil drei? Hör mal auf, ey!"

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Artikel vom 15. August 2015

Autor: Oliver Noelle