Colonel Weber setzt auf die geniale Linguistin Louise

Colonel Weber (Forest Whitaker) setzt auf die geniale Linguistin Louise (Amy Adams) - Foto © SONY PICTURES

"Arrival" - Raumschiff voraus!

Was wollen die Aliens auf der Erde?

Kinostart: 24. November 2016

Story:

An einem ganz normalen Dienstag landet ein ovales, 450 Meter langes Raumschiff mitten in Montana – unbekanntes Material, unbekannter Antrieb, unbekannte Insassen. An insgesamt zwölf Orten auf der ganzen Welt tauchen die Aliens auf und machen – nichts. Sprachwissenschaftlerin Dr. Louise Banks (Amy Adams) und Physiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) sollen im Auftrag von US-Colonel Weber (Forest Whitaker) und unter Aufsicht von CIA-Agent Halpern (Michael Stuhlbarg) das Raumschiff betreten, Kontakt aufnehmen und die seltsame Sprache der Aliens verstehen lernen, damit der Weltuntergang verhindert werden kann. Während Louise zwei "Hektapods" (Wesen mit sieben Beinen) begegnet und versucht, deren Geräusche und komplexe Zeichen zu interpretieren, wird sie von Bildern ihrer sterbenden Tochter (Julia Scarlett Dan) gequält. Und dann glaubt Louise, die Botschaft der Außerirdischen dechiffriert zu haben: "Benutze die Waffe!"

Kinotrailer zu "Arrival"

Kritik:

Der sehr eigenwillige kanadische Filmemacher Denis Villeneuve ("Sicario", 2015, dreht zurzeit "Blade Runner 2049") nimmt sich hier die Kurzgeschichte "Geschichte deines Lebens" als Vorlage. Sie stammt von dem mehrfach ausgezeichneten Science- Fiction-Autor Ted Chiang. Der 49-jährige Regisseur verbindet dabei lange Einstellungen, eine herausragende Optik und – intensiv und preiswürdig vor allem von Amy Adams gespielt – menschliches Drama. Gleichzeitig verzichtet er fast vollständig auf die übliche Sci-Fi-Action à la "Independence Day". Da- für wird der Zuschauer mit einem Knalleffekt belohnt, der einem Film von M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense") zur Ehre gereicht hätte. Wer Lust hat, bei einem Kinofilm auch mal zu reflektieren – über Sprache, das Denken oder das, was Menschlichkeit ausmacht –, der ist hier genau richtig. Hätte doch Christopher Nolans "Interstellar" (2014) diese Tiefe und Wärme gehabt!

Fazit:

Intelligenter Sci-Fi ist immer ein Risiko – hier wird es großartig gemeistert.

Artikel vom 22. November 2016

Autor: Oliver Noelle