Jurassic World

Neue Story, neue Stars, neue Saurier: So will Jurassic World die Kinoreihe zurück in die Erfolgsspur bringen.- Foto © Universal Pictures

Comeback mit Biss

"Jurassic World"

Der Kampf ist vorbei, bevor er begonnen hat. In der freien Natur mag der weiße Hai der Schrecken der Ozeane sein, aber hier im Park hat er nichts zu melden. Noch gleitet einer dieser gefürchteten Meeresräuber majestätisch durch das riesige künstliche Becken, aber im nächsten Moment wird er von einem noch viel größeren Meeresgiganten verspeist – mit einem einzigen Bissen.

Der 25 Meter lange Meeressaurier Mosasaurus verschlingt den Hai unter dem Applaus begeisterter Zuschauer. Die Fütterungsszene ist Teil des neuen Actionspektakels "Jurassic World" (ab 11.6. im Kino). Es ist bereits der vierte Teil des legendären Hollywood-Franchise. Die Stars der bisherigen Filme sind diesmal nicht dabei, dafür kann "Jurassic World" mit einer echten Premiere innerhalb der Filmreihe aufwarten: Erstmals gibt es einen Dino-Park in vollem Betrieb zu bestaunen. 22 Jahre sind seit den schrecklichen Ereignissen aus dem ersten Teil vergangen. Der Park wurde in "Jurassic World" umbenannt, die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Mit Erfolg, wie es scheint. Keinen einzigen Zwischenfall hat es seither gegeben. Die Dinosaurier locken Besucher aus aller Welt an. Doch nach einigen Jahren des erfolgreichen Betriebs gehen die Besucherzahlen zurück.


Trailer zu "Jurassic World"


Der Mutantensaurier Indominus Rex

Eine neue Attraktion muss her. Die Forscher kreieren ein Tier, das es selbst in der Urzeit nie gegeben hat: den Mutantensaurier Indominus Rex. Vergeblich versucht der Raptorenbändiger Grady (Chris Pratt, "Guardians of the Galaxy"), die skrupellose Parkmanagerin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard, "The Village") vor dem Experiment zu warnen. Es kommt zur Katastrophe – gerade als Dearings Neffen Zach und Gray allein im Park unterwegs sind.

"Das Management des Parks will einen Dinosaurier, der größer, lauter und cooler ist und mehr Zähne hat", erklärt "Jurassic World"- Regisseur Colin Trevorrow die Handlung im Interview mit TV DIGITAL. "Die Wissenschaftler erreichen das, indem sie die DNA verschiedener Saurierarten mit der anderer Tiere mixen. Doch statt einer neuen Attraktion bekommen sie eine Kreatur, die schlauer und gefährlicher ist als geplant."

Regisseur Colin Trevorrow

Colin Trevorrow ist als Regisseur eine überraschende Wahl. Schließlich hat der 38-jährige Kalifornier, der auch am Skript mitschrieb, zuvor erst einen Spielfilm gedreht. Doch seine Low-Budget-Sci-Fi-Dramedy "Safety Not Guaranteed" (2012) überzeugte die Produzenten. Kein Respekt vor großen Zahlen? Trevorrow jedenfalls hat vor Blockbuster-Dimensionen keine Angst: "Um ehrlich zu sein, ist es leichter, einen großen Film zu drehen. Bei einer Independent-Produktion hört man ständig: ‚Das können wir uns nicht leisten!‘ Aber bei ‚Jurassic World‘ konnte ich alle meine Einfälle auf die Leinwand bringen."

Wie die Idee von der spektakulären Fütterungsszene. Besonderen Spaß an diesem Vorschlag hatte übrigens "Jurassic World"-Produzent Steven Spielberg. Der hat ja nicht nur die ersten beiden Dino-Teile selbst gedreht, sondern 1974 auch den Horrorfilm "Der weiße Hai". Wow-Momente wie diese hat die "Jurassic"- Serie bitter nötig, denn sie teilt das Schicksal des Dino-Parks im Film: rückläufige Besucherzahlen. Nicht umsonst lag die Reihe in den vergangenen 14 Jahren brach. Jetzt spendierte das Filmstudio Universal seinem Regisseur Trevorrow ein respektables Budget von rund 150 Millionen Dollar. Dafür wurden beim Dreh auch elektronisch gesteuerte lebensgroße Sauriermodelle eingesetzt, doch ein Großteil des Etats floss in die Nutzung neuester Spezialeffekte. Im Vergleich zu Teil eins – der gerade mal sechs Minuten Computereffekte (CGI) enthielt – sind gleich mehrere technische Quantensprünge zu beobachten.

Nutzung neuster Spezialeffekte

"Der Größte CGI-Fortschritt", erklärt Colin Trevorrow, "besteht darin, dass das Licht auf Haut und Fell mittlerweile völlig natürlich reflektiert wird. Noch mehr fasziniert mich allerdings, dass sich unsere Dinosaurier wie echte Tiere verhalten können. Wir haben für alle Saurierarten einen Schauspieler in einen Motion-Capturing-Anzug gesteckt, um jedem Dinosaurier eine eigene Persönlichkeit zu verleihen." Die Technik kommt vor allem der Performance der vier Raptoren zugute. Zu diesen ja eigentlich hochgefährlichen Kreaturen hat Dino-Flüsterer Owen Grady im Film eine so enge Beziehung aufgebaut, dass sie ihn im Kampf gegen den mutierten Riesensaurier unterstützen. Dinos als Haustiere – so nahe ist Hollywood dem ultimativen Jungentraum wohl noch nie zuvor gekommen.

Artikel vom 29. Mai 2015

Autor: Michael Tokarski/Anke Hofmann