Maik (Tristan Göbel, l.) und Tschick (Anand Batbileg) rasen durch ein Maisfeld.

Maik (Tristan Göbel, l.) und Tschick (Anand Batbileg) rasen durch ein Maisfeld. / Foto © StudioCanal

Die Bestsellerverfilmung von Fatih Akin

"Tschick"

Kinostart: 15. September 2016

Story:

Der 14-jährige Maik Klingenberg (Tristan Göbel) schiebt am letzten Schultag vor den Sommerferien gleich mehrfach Frust: Seine trinkende Mutter (Anja Schneider) muss mal wieder in die Entzugsklinik, sein pleitegegangener Vater (schön fies: Uwe Bohm) reist mit der sexy Assistentin für zwei Wochen "auf Termin" – und Schulschönheit Tatjana hat Maik nicht zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen. Doch plötzlich steht der neue Mitschüler Tschick (Anand Batbileg) – russischer Abstammung, schlecht gekleidet, oft besoffen, aber nüchtern ein guter Schüler – mit einem geklauten hellblauen Lada vor Maiks Tür. Die beiden so ungleichen Typen beschließen, eine Spritztour zu unternehmen, düsen mit dem rotten Russenjeep durch die ostdeutsche Provinz und lernen viele durchgeknallte Menschen kennen, so etwa die streng riechende Isa (schön schreihälsig: Nicole Mercedes Müller).

Kinotrailer zu "Tschick"

Kritik:

"Kein Unfall, keine Behörde und kein physikalisches Gesetz konnten uns aufhalten." Der Roman von Wolfgang Herrndorf – ein Jugendbuch für Erwachsene – begeisterte seit 2010 über zwei Millionen Leser. Zunächst sollte David Wnendt ("Er ist wieder da") die Regie führen, doch er entschied sich schließlich im Einvernehmen mit der Produktionsfirma dagegen. Stattdessen übernahm Fatih Akin (Goldener Bär 2004 für "Gegen die Wand"), der mit seinem größten Hit "Soul Kitchen" (über 1,3 Millionen Zuschauer 2009) bereits beweisen konnte, dass er ein Händchen für komödiantische Stoffe hat. Der 43-Jährige bleibt sehr nah an der Vorlage und nimmt nur wenige kleine Änderungen vor, die Fans des Buches kaum auffallen werden. Die Kultszenen des Romans (zum Beispiel die mit Richard Claydermans "Ballade pour Adeline", dem Isolierband als Hitlerbärtchen, dem "Adel auf dem Radel", der "Atomkrise" oder einem verhinderten Kuss) sind alle dabei! Somit ist auch der Film eine schöne Komödie mit leisen Untertönen geworden.

Fazit:

Die Fans des Buches können beruhigt sein: Der "Tschick"-Film ist genauso gut.

Artikel vom 15. September 2016

Autor: AZ