Der Jedi-Meister Yoda
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Der Jedi-Meister Yoda / Foto: © picture alliance/Mary Evans Picture Library

''Episode VII'': heiße Infos schon vor Drehbeginn

Das neue Star-Wars-Abenteuer

Sechs Filme – mehr gibt’s nicht! So barsch beantwortete George Lucas jahrelang die Frage nach weiteren Fortsetzungen seiner Star-Wars-Saga, die seit Ende der 70er-Jahre Generationen von Kinogängern prägte. Tatsächlich gab es seit 2005 außer der Animationsserie ''The Clone Wars'' (s. Sendehinweis) keinen Nachschub. Dann Ende 2012 die Sensationsmeldung: Disney kauft für vier Milliarden Dollar Lucasfilm, Produzent aller bisherigen Weltraummärchen, und kündigt mehrere neue Filme an. Der erste, ''Episode VII'', soll 2015 anlaufen. Noch hat der Dreh nicht begonnen, doch TV DIGITAL nennt erste Details.

''Die Macher''

"Episode VII" wird eine echte Premiere sein: Nach zwei Trilogien (1977–1983 und 1999–2005) ist es der erste Star-Wars-Film ohne George Lucas als Regisseur, Autor oder Produzent. Der 69-Jährige fungiert lediglich als Berater. Neuer Herrscher über das Universum der Sternenkrieger ist eine Frau: Kathleen Kennedy, seine Nachfolgerin als Chefin von Lucasfilm. Für Disney soll sie eine ganze Reihe neuer Projekte produzieren. "Ich versuche, nicht ständig an die riesige Verantwortung zu denken", sagte Kennedy kürzlich auf einer großen Fanveranstaltung. "Trotzdem habe ich sie natürlich im Hinterkopf."

Dabei hat Kennedy (60) reichlich Erfahrung mit Mammut-Vorhaben. Für Steven Spielberg produzierte sie unter anderem die Indiana-Jones- und die Jurassic-Park-Reihen. Ihre erste Amtshandlung als neue Lucasfilm-Chefin war die Wahl des Regisseurs für "Episode VII". Den Auftrag bekam J. J. Abrams.

J. J. Abrams

Regisseur J.J. Abrams soll ''Episode VII'' drehen. / Foto: © picture alliance/Geisler-Fotopress

Der erfand TV-Serien wie "Lost", vor allem aber inszenierte er die letzten Star-Trek-Filme. Dem 47-Jährigen gelang, was eigentlich niemand für möglich gehalten hatte: Er hauchte der neben Star Wars zweiten großen Weltraumsaga neues Kinoleben ein – und schaffte es, das gute alte Raumschiff Enterprise wieder als cool dastehen zu lassen.

Interessant: Schon bei der Pressearbeit zu "Star Trek" gab Abrams offen zu, nie ein Trekkie gewesen zu sein; seine Nummer eins sei stets Star Wars gewesen. Sein Ansatz für die neuen Episoden: "Der Schlüssel wird sein, die alten Filme zu ehren, aber eben nicht in Ehrfurcht zu erstarren."

Abrams will nicht alles anders machen. So verpflichtete er mit dem Komponisten John Williams (81) einen Veteranen, der seit 1977 die unvergessliche Musik zur Space-Opera beisteuert. Williams gilt als lebende Legende: Insgesamt 48-mal (!) war der Amerikaner für einen Oscar nominiert, fünfmal bekam er ihn.

Gleichzeitig will Regisseur Abrams vieles besser machen. Wirtschaftlich waren die letzten drei Star-Wars-Filme zwar ein voller Erfolg. Doch viele Kritiker bemängelten die Qualität der Drehbücher. George Lucas hatte alle Skripte dieser Trilogie selbst verfasst. J. J. Abrams bevorzugt Arbeitsteilung und engagierte Michael Arndt.

Bisher ist der junge Autor nicht als Spezialist für Sci-Fi-Epen aufgefallen. Doch Güte und Bandbreite seiner Arbeit sprechen für ihn: Für sein Drehbuch zum Animationsfilm "Toy Story 3" wurde Arndt für den Oscar nominiert, für "Little Miss Sunshine" gewann er die begehrte Trophäe sogar. Derzeit schreibt Arndt noch an „Episode VII“. Anregungen für die Handlung gibt es im Überfluss.

Die Story:

Der Star-Wars-Kosmos besteht aus weit mehr als den bisherigen sechs Kinofilmen. Neben Computer- und Videospielen, Comics oder Legofiguren existieren auch rund 150 Romane zur Saga. Alle sind Teil des sogenannten "Expanded Universe" und offiziell von Lucasfilm lizensiert. Viele entstanden in der langen Kinopause zwischen 1983 und 1999. Gut möglich, dass "Episode VII" einzelne Motive übernimmt.

Die Eins-zu-eins-Adaption eines der Bücher ist aber ausgeschlossen. Die entscheidenden Inspirationen kommen auch diesmal wieder von George Lucas. Bereits Mitte der 70er-Jahre hatte der geistige Vater aller Sternenkriege eine grobe Zusammenfassung für die Episoden VII bis IX verfasst. Diese Treatments bilden nun die Arbeitsgrundlage für das aktuelle Projekt.

Star Wars

Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) und Anakin Skywalker (Hayden Christensen) in ''Die Rache der Sith'' (2005) / Foto: © picture alliance/Mary Evans Picture Library

Einige Details sind bereits durchgesickert. Laut Insidern setzt die Story einige Jahrzehnte nach den Ereignissen von Episode VI ("Die Rückkehr der Jedi-Ritter") ein. Nach dem Sturz des düsteren Imperiums haben die edelmütigen Jedis ihren Orden wieder aufgebaut. Han Solo und Prinzessin Leia sind mittlerweile Eltern erwachsener Kinder, auch Luke Skywalker ist Vater. Doch einer dieser Sprösslinge droht der dunklen Seite der Macht zu verfallen – ähnlich wie es seinerzeit auch sein Großvater Anakin Skywalker tat.

Die Besetzung:

Auch wenn die offizielle Bestätigung noch aussteht: Mark Hamill, Carrie Fisher und Harrison Ford, die Stars der Originaltrilogie, sind im neuen Star-Wars-Film mit dabei. Doch die alte Garde begnügt sich diesmal mit einer Mentorenrolle und übergibt das Lichtschwert an die nächste Generation.

Harrison Ford

Auch Harrison Ford als Han Solo soll wieder mit dabei sein. / Foto: © picture alliance/Mary Evans Picture Library

Die Figur des Weltallschmugglers Han Solo sollte ja eigentlich schon in "Das Imperium schlägt zurück" (1980) ums Leben kommen – wenn es nach Darsteller Harrison Ford gegangen wäre. George Lucas konnte ihn zum Weitermachen überreden. Gut vorstellbar, dass Ford im neuen Film endlich den ersehnten Leinwandtod sterben darf.

Zwischenzeitlich wurde Benedict Cumberbatch ("Sherlock") für einen wichtigen Part gehandelt, doch der Brite hat das dementiert. Wer wird nun die Hauptrollen übernehmen?

Angesichts des geplanten Drehstarts Anfang 2014 werden derzeit unzählige Jungdarsteller gecastet. Die richtige Darstellerwahl wird für den neuen Film entscheidend sein. Die englischen Newcomer Alex Pettyfer (23, "Magic Mike") und Rachel Hurd-Wood (23, "Das Parfum") sollen bereits als Skywalker-Kinder vorgesprochen haben

Größere Namen würden nicht unbedingt zur Star-Wars-Strategie passen: Auch Mark Hamill und Hayden Christensen, die Hauptdarsteller der bisherigen Trilogien, kannte vorher kaum jemand. Allerdings spielten in den letzten drei Star-Wars-Filmen auch renommierte Schauspieler wie Liam Neeson oder Natalie Portman. Dass sie so blass blieben wie nie, hatte Gründe.

Die Technik:

Die Episoden I bis III (1999–2005) setzten voll auf digitale Effekte (CGI). Kaum eine Szene, die nicht vor der Green Screen entstand; die Kulissen wurden nachträglich eingefügt. Entsprechend verloren wirkten die in dem sterilen Ambiente agierenden Darsteller. Technik als Selbstzweck. Die neue Produzentin Kathleen Kennedy hat dieses Problem erkannt: "Wir schauen uns genau an, wie die ersten Star-Wars-Filme echte Drehorte genutzt haben." Ihr Konzept: "Wir werden Modelle designen und Droiden bauen lassen und Kulissen, die man tatsächlich anfassen kann. So wird, in Verbindung mit CGI, alles echt aussehen."

Regisseur J. J. Abrams will – anders als Digitalfanatiker George Lucas – wieder auf klassischem 35-Millimeter-Film drehen. Auch geografisch kehrt die Saga zu den Anfängen zurück: "Episode VII" soll wie die ersten drei Teile hauptsächlich in England gedreht werden, nachdem die letzte Trilogie in Sydney entstand.

Kurzum: Die Aussichten für den nächsten Star-Wars-Film lassen sich wohl am besten beschreiben mit dem Untertitel des allerersten Films von 1977, der da lautet "Eine neue Hoffnung".


Sendehinweis: ''Star Wars: The Clone Wars''

ANIMATION
Die neuen Folgen der fünften Staffel
SA, 5.10., Cartoon Network, 19.25 Uhr

Artikel vom 05. Oktober 2013

Autor: Michael Tokarski