Rachel (Emily Blunt) wird in eine tödliche Affäre verwickelt

Rachel (Emily Blunt) wird in eine tödliche Affäre verwickelt - Foto © Constantin Film

"Girl on the Train" geht unter die Haut

Thriller mit Emily Blunt

Kinostart: 27. Oktober 2016

Story:

Allmorgendlich fährt die geschiedene Vierzigerin im Pendlerzug nach Manhattan, vorbei an ihrem alten Heim, in dem Ex-Gatte Tom (Justin Theroux) nun mit einer anderen Familie lebt. Um den Schmerz zu ertragen, erfindet Rachel Geschichten über das perfekte Leben eines unbekannten Paares (Hayley Bennett, Luke Evans), das einige Häuser weiter wohnt. Eines Morgens beobachtet sie ihre "Traumfrau" mit einem Fremden. Ist Rachel deshalb durchgedreht? Als sie zerschunden und verkatert aufwacht, kann sie sich an nichts erinnern, die junge Frau ist verschwunden. Rachel torkelt in einen Albtraum aus Lügen, Blackouts und der bangen Frage: Kann ich mir selbst trauen?

Kinotrailer zu "Girl on the Train"

Kritik:

Regisseur Tate Taylor ("The Help") zeigt diesen Kontrollverlust in packenden, eindringlichen Bildern. Zwar rattert Rachel bei ihm nicht im Zug gen London, sondern nach New York, ansonsten jedoch orientiert er sich eng an Hawkins’ Roman, Perspektivwechsel und Zeitsprünge inklusive. Ein schmerzlicher, düsterer Thriller, der nachwirkt, auch bei jenen, die das böse Verwirrspiel bereits aus der Bestsellervorlage kennen.
Paula Hawkins’ Roman verkaufte sich zu Spitzenzeiten 20 000-mal pro Sekunde – das macht ihr so schnell niemand nach. Mit "Girl on the Train" entthronte die Journalistin 2015 sogar Auflagenkönig Dan Brown ("Inferno", zurzeit im Kino). Nebenbei schaffte es der von kolossalem Marketing- Tamtam begleitete Krimi-Erstling der Britin, das neue Genre "Domestic Noir" endgültig zum Hit zu machen. Harte, komplexe Storys mit ambivalenten "Heldinnen", die das Grauen hinter Vorstadtfassaden offenlegen, gehen seither weg wie Frikadellen beim Kleingartenfest. Nicht weiter verwunderlich, dass die Verfilmung von "Girl on the Train" zu den meistgehypten Kinostarts dieses Jahres zählt. Das kann schiefgehen. Doch Emily Blunt porträtiert die einsame Trinkerin Rachel so eindringlich, dass US-Kritiker ihr Oscarchancen einräumen.

Fazit:

Ein mitreißend inszeniertes Thriller-Drama, das richtig unter die Haut geht.

Artikel vom 26. Oktober 2016

Autor: AZ