Jon Hamm

Diese obskuren Superhelden will Hollywood ins Kino bringen. Wir haben die Rollen schon mal besetzt - Foto © picture alliance / AP Images

Helden von morgen

Zukünftige Blockbuster

Die Idee zu "Guardians of theGalaxy“ klingt wie ein Albtraum für jedes Hollywood-Studio. 170Millionen Dollar für eine Comicverfilmung, deren Vorlage praktisch keiner kennt? Mit einem genmutierten Waschbären und einem sprechenden Baum als Hauptfiguren? Angeführt von Chris Pratt (35), den man – wenn überhaupt – nur als pausbäckigen Loser aus der US-Sitcom "Parks andRecreation“ kennt? Und das Ganze noch untermalt von einem 70er-Jahre-Softrock-Soundtrack?

Es sind Vorschläge wie diese, für die Produzenten normalerweise gefeuert werden. Normalerweise. Aber in Hollywood läuft es im Moment alles andere als normal. "Guardians of the Galaxy“ war das bisher größte Wagnis der Superheldenschmiede Marvel ("Iron Man“, "The Avengers“) – und das Weltallabenteuer wurde einer der größten Triumphe des Studios. In den USA ist es der bisher erfolgreichste Film des Jahres, weltweit hat er bereits rund 600 Millionen Dollar eingespielt. Spätestens jetzt gilt die Devise: Mehr Superhelden müssen her – egal wie unbekannt sie sind. Klassiker wie "Spider-Man“ und "Batman“ haben schon lange Konkurrenz bekommen. Derzeit durchforsten die Studios ihre Comiclizenzen nach obskuren Helden, die sie zu Filmen und damit zu Geld machen können.
TV DIGITAL hat schon mal Besetzungsvorschläge für die spannendsten neuen Superhelden gemacht.

Besetzungsvorschläge

Besonders aktiv bei der Superhelden-Fließbandproduktion ist – wie sollte es anders sein – Marvel. Das Studio, das heute dem Disney-Konzern gehört, ist aus dem Comicbuchverlag Marvel hervorgegangen. Aus knapp 8000 verschiedenen Figuren kann Marvel bei seinen Comicverfilmungen wählen. Mit "Iron Man“ hatte man schon 2008 erfolgreich auf einen Helden aus der zweiten Reihe gesetzt. Seitdem wird fleißig das Archiv geplündert. Erst kamen "Thor“ und "Captain America“,im Moment wird "Ant-Man“ gedreht. Darin wird Paul Ruddals Miniatur-Superheld zu sehen sein. Das nächste, für 2016 angekündigte Projekt ist "Doctor Strange“
Und was kommt danach? Das ist noch geheim. Aber das Motto dürfte klar sein: Frauenpower!

Frauenpower

Vor allem "The Avengers“-Regisseur Joss Whedon weiß, dass Heldinnen bisher krass unterrepräsentiert sind. Und Whedon hat bereits bewiesen, dass er sich auf starke Frauenfiguren versteht: Er ist unter anderem der Schöpfer von Buffy, Heldin der gleichnamigen, extrem erfolgreichen Fantasy-Serie (1997–2003) über eine furchtlose Teenage-Vampirjägerin. Gerade dreht Whedon die "Avengers“-Fortsetzung "Age of Ultron“ (2015). Es gibt Gerüchte, der Regisseur werde darin einer neuen Superheldin zum Leinwanddebüt verhelfen. Die heißesten Kandidatinnen: das grünhäutige Kraftpaket She-Hulk und die mächtige Ms. Marvel.
Bereits bestätigt ist eine Marvel-TV-Serie über Jessica Jones für den US-amerikanischen On-Demand-Dienst Netflix. Auch Die bisher recht unbekannten Marvel-Figuren Ironfist und Luke Cage kriegen eigene Netflix-Serien. Das Besondere: Alle Helden –egal ob im Kino oder als TV-Serie – bevölkern die selbe fiktive Welt.

Marvcel Cinematic Universe

Willkommen im MCU, dem "Marvel Cinematic Universe“!
Von so einem Universum träumt auch Marvels großer Rivale Warner Bros. Das US Filmstudio darf die Figuren des Comicverlags DC verwerten. Jetzt schickt Warner erstmals seine beiden größten Helden gemeinsam ins Rennen: "Batman v. Superman“ wird gerade gedreht. Neben dem Showdown der Super-Superhelden hat der Film aber vor allem einen Zweck: die neuen und weniger bekannten Charaktere Wonder Woman und Aquaman mit Gastauftritten einzuführen. Spätere Einzelfilme für die beiden hat Warner schließlich schon fest eingeplant. Aber es gibt genug Platz für so viele Götter und mutierte Forscher?
Fest steht: Alles bewegt sich in Zyklen, auch in Hollywood. Und so wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis Film und Fernsehen eine ganz andere Art von Hauptfigur für sich (wieder-) entdecken –den Normalo.


TV DIGITAL Vorschläge

Jon Hamm als Dr. Strange
Held Die Karriere des genialen, aber egozentrischen Chirurgen Dr. Stephen Strange beendet ein Unfall.
Verzweifelt geht er nach Tibet und erlernt die Kunst der Magie.
Filmstatus Kinostart 2016
Castingvorschlag Jon Hamm (43, Fotomontage). Nach dem Ende von "Mad Men“ 2015 wäre der TV-Star die perfekte Wahl.
Erfolgschancen Sehr gut. Klassische Magie ist eine neue Note im altbekannten Superheldenkosmos.


Mila Kunis als Jessica Jones
Heldin Die junge Jessica entwickelt nach einem radioaktiven Unfall Superkräfte. Doch bald ist sie verbittert von ihrem Superheldinnen dasein
und arbeitet lieber als Detektivin.
Serienstatus On-Demand- Dienst Netflix gab schon grünes Licht.
Castingvorschlag Mila Kunis (31, "Ted“) besitzt den richtigen Mix aus Verletzlichkeit und Stärke.
Erfolgschancen Ermittler-Serie statt Heldenepos – ein frischer Ansatz

Lesen Sie auch:

Artikel vom 02. Oktober 2014

Autor: Michael Tokarski