Edge of Tomorrow mit Tom Cruise ab 29.5.2014 im Kino - Foto © 2013 Warner Bros

Edge of Tomorrow mit Tom Cruise ab 29.5.2014 im Kino - Foto © 2013 Warner Bros

Hollywoods geheime Pläne

Trends aus Film & TV

Neues von "Harry Potter", "Star Wars" und "Indiana Jones"! TV DIGITAL hat sich heimlich in der Traumfabrik umgehört und verrät, was uns in näherer Zukunft erwartet.

Eine düstere, nicht allzu ferne Zukunft. Die Menschen werden in fünf Kasten aufgeteilt, für die sie sich als Jugendliche qualifizieren müssen. Bei einem gnadenlosen Eignungstest kämpfen sie um ihre Bestimmung, ihr Leben. So auch die 16-jährige Tris, die dabei zwischen alle Fronten gerät – und zum Risiko für die neue Gesellschaftsordnung wird … Das kommt Ihnen bekannt vor?
Kein Wunder! Denn die Teen-Helden von "Divergent" sollen 2014 "Die Tribute von Panem" ablösen, die bislang 1,5 Milliarden Dollar einspielten.



Während die Verfilmung des dritten Bandes von Suzanne Collins Hit-Trilogie noch aussteht ("Flammender Zorn, Teil 1" startet am 20.11.), dreht das Hollywood-Studio Summit bereits unter höchster Geheimhaltung und dem Tarntitel "Catbird" dieses aufregende Fantasy-Abenteuer, das wie die "Panem"-Reihe auf einer Romanvorlage basiert.
Der Dreiteiler "Divergent" von Veronica Roth beherrscht seit 2011 die US-Buch- Charts, ab 10.4. soll er nun auch Kinofans begeistern. Nicht das einzige Projekt, das Hollywood aktuell klammheimlich zum Blockbuster aufbaut.


Hier sind die Trends:

Der Film zum Buch als sichere Bank: "Bestseller, gerade im Teen-Bereich, gelten nach wie vor als Kinomagneten. Wer sich die Rechte sichert, bunkert quasi den Erfolg", sagt Regisseur Bill Condon, der unter anderem das Finale der Vampirsaga "Twilight" inszenierte und damit 2012 über drei Millionen Kinozuschauer allein in Deutschland fesselte. In Zeiten, in denen sich Filmbudgets im dreistelligen Millionenbereich bewegen und ein Flop die Studios bereits in den finanziellen Abgrund reißen kann, wird die Jagd nach solchen Hitgaranten immer brisanter – und läuft ganz diskret hinter den Kulissen ab.



Harry Potter-Schöpferin K. Rowling schreibt ihr erstes Drehbuch

Die nächste Sensation auf dem Bestsellermarkt sickerte eben durch – Warner hat einen Riesencoup gelandet: "Harry Potter"- Schöpferin Joanne K. Rowling schreibt derzeit für den Hollywood-Giganten ihr erstes Drehbuch, ein Spin-off, das Teile der Zauberwelt Harry Potters wieder auf die Leinwand bringen soll. Grundlage ist das fiktive Lexikon "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind", mit dem sich Harry und seine Mitschüler bereits im Internat Hogwarts herumschlugen. Der Beginn einer neuen Fantasy-Saga, die 2016 starten soll und garantiert die Jagd auf Erfolgsbücher als Kinostoff weiter anheizen wird.

Nach knallhartem Rechtepoker hinter den Kulissen deutet sich jetzt aber auch bereits Konkurrenz mit "Maze Runner" (Start: 30.10.) an, dem Mystery-Jugendabenteuer von James Dashner, und mit Kai Meyers "Sturmkönige"-Trilogie.


Games als Geheimwaffe

Im Kampf um Erfolg an der Kinokasse und bei der Vermarktung setzen die Studios aber vor allem auf Computerspiele. Denn ihr größter Rivale ist heute zweifelsfrei die Games-Industrie. Mit einem Branchenumsatz von 67 Milliarden Dollar für das Jahr 2012 hat das junge Medium den Kinobetrieb (im Vergleich rund 30 Milliarden Dollar) längst überholt – Hollywood versucht verzweifelt, im Gegenzug den Boom auf die Leinwand zu übertragen.

Um die Fans ins Kino zu locken, angeln die Studios nach den größten Spielehits. Eines der geheimsten und aufwendigsten Projekte 2014 ist die Verfilmung des Online-Kultgames "World of Warcraft", das seit sieben Jahren von Universal vorbereitet wird und – traut man den jüngsten Gerüchten – jetzt mit Regisseur Duncan Jones ("Source Code") und mit Colin Farrell als Hauptdarsteller für rund 100 Millionen Dollar umgesetzt wird (Start: voraussichtlich 2016).

Und auch die Konkurrenz brütet hinter strikt verschlossenen Türen über Verfilmungen von Megasellern wie "Gran Turismo", "Halo", "Gears of War", entwickelt Scripts und fahndet nach Darstellern. Das Spannende: "Die Grenze zwischen Film und Spiel wird langsam verschwimmen und der Zuschauer eine immer größere Rolle spielen", prophezeit Don Mattrick, Chef der Unterhaltungssparte von Microsoft.


Überflieger mit Fanbasis

Als sichere Erfolgsformel gilt in Hollywood aber auch weiterhin das pralle, bunte Universum der Superhelden, die automatisch ihre Fanbase ins Kino locken. Rund 20 Comicspektakel starten allein 2014. Von den X-Men bis zu Thor, von Spider-Man bis zu Captain America. Darunter auch das lang gehütete Projekt "Edge of Tomorrow", eine Manga-Adaption, die mit Tom Cruise als Supersoldaten die Leinwand erobern soll.



Das größte Ass hat aber Disney im Ärmel: Seit zwei Jahren bereitet das Maus-Studio in Kooperation mit Marvel Comics die Verfilmung der "Guardians of the Galaxy" (Start: 28.8.) vor. Ein intergalaktisches Abenteuer, in dem fünf Außenseiter das Universum retten und mit Witz und Action sogar die "Avengers" überflügeln sollen – den mit Einnahmen von über 1,5 Milliarden Dollar hinter "Avatar" und "Titanic" dritterfolgreichsten Film aller Zeiten.




Rückkehr der Legenden

Großartige Kinoklassiker, an die sich noch ein großes Publikum erinnert – das schließlich ist die letzte Geheimwaffe Hollywoods. Bevor man Flops mit originären Geschichten riskiert, greifen die Filmemacher auch in Zukunft auf Altbewährtes zurück. Motto: Was einmal erfolgreich war, kann es wieder sein. Spektakulärstes Comeback ist sicher die Fortführung von George Lucas sechsteiliger Weltraum- Saga "Star Wars" (Einspielergebnis bislang 4,4 Milliarden Dollar), die – pssscht! – sogar die alten Kino-Rebellen Harrison Ford, Carrie Fisher und Mark Hamill wieder zusammenbringen soll. Drei neue Teile werden ab 2015 gedreht, die im Abstand von zwei Jahren im Kino anlaufen.



Ebenfalls in der geheimen Schatztruhe der Studios: die Fortsetzung von James Camerons 3-D-Spektakel "Avatar" und ein Neustart des legendären "Terminator" – jeweils mit drei Teilen! Auch "Indiana Jones", "Mad Max" und sogar der "Highlander" sollen noch einmal die Leinwand stürmen.



Und im TV gibt’s ebenfalls ein Wiedersehen mit alten Helden. Neben CTU-Agent Jack Bauer, der in der Neuauflage von "24" (ab Mai im US-TV) in London Terroristen plattmacht, geht beispielsweise bald auch "Rambo" in Serie. "Gewagt wird künftig nicht mehr viel", prognostiziert der Regie-Gigant Steven Spielberg. "Aber trotz der vielen Wiederholungstäter – am Ende muss immer eine gute Geschichte stehen. Denn das ist das Geheimnis des Erfolgs. Auch in Zukunft.




Weitere Spielfilme:


Weitere Serien:


Artikel vom 18. Februar 2014

Autor: Valerie Höhne