Rachel McAdams

Oberzicke, Verführerin, nettes Mädchen: Rachel McAdams kann alles. Nur im Rampenlicht mag sie partout nicht stehen.

Multitalent Rachel McAdams

"Southpaw"

Der Durchbruch gelang ihr ausgerechnet an der Seite von Lindsay Lohan: Vor elf Jahren spielte Rachel McAdams in der bitterbösen Highschool-Komödie "Girls Club" ein intrigantes Biest, das Mitschülerin Cady (Lohan) das Leben zur Hölle macht. Die Karrieren der beiden Starlets hätten in den folgenden Jahren gar nicht unterschiedlicher verlaufen können.

Star wider Willen

Während Lohan immer wieder als Skandalnudel für Schlagzeilen sorgte, ergatterte McAdams eine hochkarätige Rolle nach der anderen – ist aber dennoch vielen Kinozuschauern auch heute noch kein Begriff. Und das, obwohl die Medien sie unbedingt als "die nächste Julia Roberts" verkaufen wollten. Dieser Effekt ist natürlich kein Zufall, sondern von Rachel McAdams so beabsichtigt: "Ich habe kein Interesse daran, ein Star zu sein", sagte sie einmal in einem Interview. "Ich möchte einfach in die Leben anderer eintauchen und sie erforschen."

Nur ein einziges Mal sorgte die Kanadierin mit Privatem für Schlagzeilen: Als bekannt wurde, dass sie mit ihrem Filmpartner Ryan Gosling liiert ist, mit dem sie zu dieser Zeit gemeinsam für die gefeierte Nicholas-Sparks-Liebesschnulze "Wie ein einziger Tag" vor der Kamera stand. Seit dieser medienwirksamen Romanze hält sich McAdams in Sachen Privatleben konsequent bedeckt.

Ausdrucksstark und wandlungsfähig - Rachel McAdams

Schon mit sieben Jahren übrigens äußerte sie in einem Brief an ihre Eltern, dass sie Schauspielerin werden wollte. Mit zwölf besuchte sie den ersten Schauspiel Sommerkurs – und wurde endgültig vom Schauspielvirus ergriffen. Es folgten Theaterauftritte, das Schauspielstudium an der York University in Toronto und 2002 dann die erste Rolle in der Komödie "Hot Chicks – Verrückte Hühner". Nach dem Durchbruch mit "Girls Club" und "Wie ein einziger Tag" folgten zahlreiche Rollen an der Seite namhafter Stars, doch der ganz große Durchbruch blieb aus – auf ihren eigenen Wunsch hin.

Rachel McAdams hatte so wenig Lust darauf, im Mittelpunkt des Interesses zu stehen, dass sie sich, als ihre Karriere 2006 richtig in Schwung gekommen war, für zwei Jahre ganz aus dem Hollywood- Geschäft zurückzog. Erst 2009 übernahm sie wieder prominente Rollen in den Kassenhits "Die Frau des Zeitreisenden" und "Sherlock Holmes". Je älter sie wird, desto mehr Spaß hat die 36-Jährige an schwierigen Figuren. Was auch ihr Auftritt in der zweiten Staffel von "True Detective" zeigt, für den sie zahlreiche Konkurrentinnen aus dem Rennen schlug. Die Ermittlerin Ani Bezzerides sei die "komplexeste Figur", die sie je gespielt habe.

Weitere Beispiele für ihr Können sind derzeit im Kino zu sehen: in "Southpaw" spielt sie die sexy Ehefrau von Boxer Billy (Jake Gyllenhaal), in "Aloha" die Verflossene von Brian (Bradley Cooper). Und schenkt man der Gerüchteküche Glauben, steht sie demnächst an der Seite von Benedict Cumberbatch in Marvels "Doctor Strange" vor der Kamera. Ob sie will oder nicht: Mit ziemlicher Sicherheit werden Kinofans weltweit spätestens dann ihren Namen nicht mehr vergessen.

Artikel vom 22. August 2015

Autor: Svenja Runciman