Nicole Kidman in die Liebe seines Lebens

Ihre Filme liefen zuletzt eher unter dem Radar. Jetzt sehen wir Nicole Kidman wieder öfter. - Foto © DeaPlaneta

Nicole Kidman im Kino

"Die Liebe seines Lebens"

Fast hätte sie vor ein paar Jahren ihr Gesicht verloren – doch die Botox-Injektionen, die ihr Mienenspiel zeitweise so gefrieren ließen, gab Nicole Kidman inzwischen auf. Jetzt kann sie wieder große Gefühle zeigen.

Ihre größte Stärke sei schließlich nicht ihre Eitelkeit, sagt die australische Oscarpreisträgerin, sondern Leidenschaft. Statt sich an Surferstränden zu bräunen, saß der Teenie mit dem Porzellanteint einst lieber drinnen und spielte in Sydney Theater. Als Schauspielerin habe sie dennoch keine Chance, glaubten ihre Eltern, dafür sei sie mit ihren 1,80 Metern schlicht zu groß. Nach der Trennung von Tom Cruise witzelte Nicole Kidman dann tapfer, jetzt könne sie wenigstens wieder High Heels tragen. In den 90ern war die blasse "Eiskönigin" nämlich in erster Linie Gattin an der Seite ihres berühmten – und nicht eben hochgewachsenen – Mannes.
In Sachen Perfektionismus stand sie ihm aber in nichts nach: Für "Todesstille" lernte sie segeln, für "Portrait of a Lady" (1996) zwängte sie sich auch privat ins Korsett. Aber am besten war sie, wenn sie locker ließ. So war Kidmans Knaller des Jahres 1995 nicht etwa "Batman Forever", sondern die schwarze Komödie "To Die For", in der die sonst so kühle Nicole als Biest zu brandheißer Topform auflief und prompt ihren ersten Golden Globe gewann.
Das erotische Ehedrama "Eyes Wide Shut" wurde nach "Tage des Donners" und "In einem fernen Land" ihr letzter Film mit Gatte Tom.


Charakterdarstellerin Nicole Kidman

Ihre eigentliche Karriere, betont Kidman heute, verdanke sie Regielegende Stanley Kubrick, der feststellte: "Du bist eine Charakterdarstellerin." Danach traute sie sich mehr zu. Doch erst nach der Scheidung – offiziell wegen "Karrierekonflikten", vor allem aber wollte Nicole sich wohl nicht weiter von Scientology gängeln lassen – kam der ganz große Erfolg, gekrönt vom Oscar für "The Hours". Ex-Gatte Cruise hat bis heute keinen.

Dass ihre Leistungen in den letzten Jahren etwas untergingen, liegt an ihrer Vorliebe für Independent-Produktionen, die selten ein breites Publikum erreichen. So erntete sie 2011 als Mutter in "Rabbit Hole" überraschend eine weitere Oscarnominierung. "Ich liebe extreme Rollen. Ein guter Schauspieler muss ein wenig verrückt sein", sagt die 48-Jährige. Der Preis: "Wenn es nach Einspielergebnissen geht, bin ich eine Katastrophe." Mit charmanten Ausnahmen wie dem Hit "Paddington". Seither hat Kidman fünf Filme abgedreht und einen neuen (Kino-)Mann an ihrer Seite: Colin Firth. Nach "Ich. Darf. Nicht. Schlafen" und "Die Liebe seines Lebens" (Start: 25. Juni, siehe rechts) stand das Paar in "Genius" gerade zum dritten Mal gemeinsam vor der Kamera.


Zukunftspläne

Im wahren Leben feiert sie 2016 zehnten Hochzeitstag mit Keith Urban. Die glückliche Ehe mit dem Countrystar ist der Hauptgrund, dass sie sich aus Hollywood verabschiedete – weg von dem "Leben im Goldfischglas". Ihr Zuhause ist eine Ranch in Nashville, Tochter Sunday Rose ist sechs, Faith Margaret vier. So oft sie kann, begleitet Nicole ihren Mann auf Tour – und tankt für neue Abenteuer auf. Nach "Queen of the Desert" (ab 3.9.) kann sie ihrem Lebenslauf "Kamelreiten" hinzufügen. Und bald auch "Produzentin": Aktuell bereitet sie eine Comedyserie mit sich selbst und Reese Witherspoon vor. "Ich könnte mir ja gut vorstellen, nie mehr zu arbeiten. Aber dazu bin ich immer noch zu neugierig."

Artikel vom 25. Juni 2015

Autor: Ulrike Schröder