Im Kino: Ein Hologramm für den König

Tom Hanks als Geschäftsmann, der in Saudi-Arabien festsitzt und unfreiwillig seinen Horizont erweitert - Foto © X-Verleih

Originelles Selbstfindungsabenteuer mit Tom Hanks

"Ein Hologramm für den König"

Kinostart: 28. April 2016

Story:

Alan Clay (Tom Hanks) ist pleite und sucht händeringend nach einem lukrativen Auftrag. Seine Chance: König Abdullah von Saudi-Arabien lässt eine Wirtschaftsmetropole aus dem Boden stampfen, Alan soll ihm eine holografische Telefon­anlage verkaufen. Irgendwo in der Wüste hockt sein Team in einem provisorischen Zelt und bereitet die große Präsentation vor. Doch Seine Majestät geruht nicht zu erscheinen. Niemand weiß, wann der König wiederkommt, und auch sonst ist kein Entscheider zu sprechen. Der Einzige, auf den der bald entnervte Gast aus Amerika zählen kann, ist Chauffeur Yousef (Alexander Black). Tagelang pendelt Alan sinnlos zwischen Hotel und Baustelle hin und her und kommt dabei kein Stück weiter. Bis er endlich resigniert und mit Yousef einen Ausflug macht. So lernt Alan zwangsläufig Land und Leute kennen – und auch die attraktive Ärztin Zahra (Sarita Choudhury).

Kinotrailer zu "Ein Hologramm für den König":

Hintergrund:

Der Wuppertaler Regisseur Tom Tykwer (50) und der Kalifornier Tom Hanks (59) arbeiteten bereits im Jahr 2012 bei dem Fantasy-Epos "Cloud Atlas" zusammen. Im gleichen Jahr erschien der Roman "Ein Hologramm für den König" von Bestsellerautor Dave Eggers ("The Circle"). Nördlich der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda entsteht tatsächlich eine Retortenstadt namens King Abdullah Economic City (KAEC). Dort erhielt Tom Tykwer jedoch keine Drehgenehmigung, der aufwendige Set entstand deshalb in Marokko. In Saudi-Arabien wurden lediglich die Außenaufnahmen von Dschidda und Mekka gedreht. Auf seiner Recherchetour kam Tom Tykwer auch in die heilige Stadt Mekka, die für Nichtmuslime eigentlich Tabuzone ist: Sein Guide hatte die falsche Autobahnausfahrt erwischt. Ausgerechnet das passiert im Film auch Yousef und Alan Clay . Auf die Frage, warum Alan Clay eine typische Tom-Hanks-Figur sei, meint der Hollywood-Star im Gespräch mit TV Digital: "Sagen Sie das nicht! Ich suche nicht nach Rollen, die zu mir passen. Da kriege ich lieber Grippe! Aber was ich an Alan mag: Der Mann steht vor dem Nichts. Er soll diese Mega-Technologie verkaufen, die er vermutlich selbst nicht begreift, und sitzt in dieser Welt fest, wo alle Verhaltensregeln kopfstehen."

Kritik:

Originelles Selbstfindungsabenteuer mit einem sympathischen Tom Hanks. Die nachdenkliche, fast schon philosophische Komödie eröffnet neue Perspektiven, und das nicht nur auf ein fremdes, faszinierendes Land voller Widersprüche. Der arme Alan könnte genauso gut auf einem fernen Planeten festsitzen, findet aber erst durch die Krise sein persönliches Happy End. Wie dabei mit den Absurditäten der modernen Businesswelt abgerechnet wird, ist so amüsant wie Yousefs Musikgeschmack.

Fazit:

Der Held fühlt sich ständig wie im falschen Film, der Zuschauer nie!

Deutschland Großbritannien 2016; OT A Hologram for the King ; D Tom Hanks, Lewis Rainer t, Alexander Black, Sarita Choudhury; R Tom Tykwer, B Tom Tykwer, P Uwe Schott u.a., K Frank Griebe, MU Tom Tykwer u.a., E Robert Aldag; FSK 12; 97 Min.


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Artikel vom 23. April 2016

Autor: Ulrike Schröder