Quentin Tarantino

Quentin Tarantinos neuer Western "The Hateful Eight" ist eine Geschichte von Verrat, Täuschung und Rache - Foto © picture alliance / Newscom

So wird Tarantinos neuer Western

The Hateful Eight

Quentin Tarantinos neuer Western "The Hateful Eight" ist eine Geschichte von Verrat, Täuschung und Rache – und das ist nur das, was hinter den Kulissen passierte.

Nach "Django Unchained" (2012) hatte Tarantino monatelang am Drehbuch seines nächsten Films gearbeitet. Doch dann tauchte plötzlich das Skript von "The Hateful Eight" online auf. Der Regisseur reagierte geschockt. Er habe es lediglich drei Schauspielern gegeben: "Einer von ihnen gab das Skript seinem Agenten, und dieser f***ing Agent verteilte es in ganz Hollywood!" Sein Fazit: "Mit diesem Film bin ich durch!"

Die Story

Doch der impulsive Filmemacher überlegte es sich: Dieser Tage ist in Colorado Drehstart für "The Hateful Eight". Und wer das Skript kennt, kann verstehen, warum ihn der packende Filmstoff nicht los ließ. Es beginnt ein paar Jahre nach dem US Bürgerkrieg im winterlichen Wyoming. Mit einer Kutsche will der brutale Kopfgeldjäger John Ruth die Kriminelle Daisy Domergue nach Red Rock bringen. Ebenfalls an Bord: der neue Sheriff des Ortes und ein schwarzer Ex-Soldat. Als ein Schneesturm aufzieht, suchen die Passagiere Zuflucht in einer einsamen Hütte. Hier wartet bereits eine Gruppe von Reisenden auf das Ende des Sturms, darunter ein sturer General und der Cowboy Gage. Schnell entstehen auf dem engen Raum Spannungen. Nicht alle Reisenden werden es nach Red Rock schaffen ...

Tarantinos riskantestester Film

Fans von "Django Ungarinnen" – allein in Deutschland sahen 4,5 Millionen den Film – dürften überrascht sein. Auf dem Papier geht Tarantino auf Nummer sicher und bleibt dem Genre seines größten Kinohits treu. Fakt ist aber: "The Hateful Eight" ist Tarantinos riskantester Film seit Langem. Kein Megastar wie etwa Brad Pitt ("Inglourious Bastards") oder Leo Di Caprio ("Django Unchained"), keine bombastischen Actionszenen. Es ist vielmehr ein Cowboy-Kammerspiel, ein Wildwest-Whodunnit, das an Tarantinos Filmdebüt "Reservoir Dogs" erinnert. Das Gangsterdrama wurde hochgelobt, spielte aber von all seinen Filmen am wenigsten ein.

Drehbuch wird umgeschrieben

Tarantinos Markenzeichen von damals sind auch in "The Hateful Eight" zu finden: geniale, spannungsgeladene Rededuelle, Schimpftiraden, Doppel- und Dreifach-Bluffs, raffinierte Rückblenden und eine denkwürdige Folterszene. Das Opfer diesmal: ein nackter Mann im Schnee kurz vor dem Erfrieren. Aber selbst wer das Drehbuch kennt, sollte sich nicht zu sicher fühlen. "Den letzten Akt", sagt Tarantino selbstbewusst, "werde ich noch mal komplett umschreiben!" Nach dem anfänglichen Skript-Debakel scheint der alte Kampfgeist des Filmemachers doch wieder geweckt zu sein –Quentin Unchained.

Artikel vom 09. Januar 2015

Autor: M. Tokarski