Bastille Day

Idris Elba jagt vermeintliche Terroristen – und bewirbt sich als neuer James Bond. - Foto © Studio Canal

Über den Dächern von Paris

"Bastille Day"

Kinostart: 9. Juni 2016

Story:

Paris: Der amerikanische Taschendieb Michael (Richard Madden) stiehlt einer verzweifelten jungen Frau, Zoe (Charlotte Le Bon), die Aktentasche und wirft sie weg. Sekunden später explodiert eine darin versteckte Bombe mitten im Touristenviertel und tötet vier Menschen. Während die Pariser Polizei im Dunkeln tappt, kommt der nach Frankreich strafversetzte CIA-Agent Sean (Idris Elba) Michael auf die Spur. Die beiden so verschiedenen Einzelgänger müssen sich zusammenraufen, um die junge Frau zu finden – und deren angeblich islamistische Hintermänner. Die drohen jetzt, mit einer weit größeren Bombe am Nationalfeiertag – an dem 1789 der Sturm auf die Bastille stattfand – ein Blutbad anzurichten. Zudem jagen sie Michael und Sean ...

Kinotrailer zu "Bastille Day"

Kritik:

Der Reißer von James Watkins ("Die Frau in Schwarz") wurde bereits im September 2014 abgedreht – also vor den Pariser Anschlägen auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" (Januar 2015) sowie den Klub Bataclan und das Stade de France (November 2015). "Bastille Day" ist somit keine Reaktion auf reale Ereignisse und auf die Bedrohung durch Terroristen, eher ein Thriller mit unglücklichem Timing. Idris Elba und Richard Madden (Ex-"Game of Thrones") starten mit einer starken, überwiegend selbst gemachten Verfolgungsjagd auf dem Dach des Kaufhauses BHV gegenüber dem Rathaus. Weiterhin sieht der Zuschauer nicht nur die üblichen Paris-Bilder mit Eiffelturm oder Champs-Élysées, sondern auch Eindrücke aus den Hochhaussiedlungen am Stadtrand (den "Banlieues"). Doch insgesamt ist die Story nicht packend genug und das Budget zu klein, um Vorbilder wie "French Connection" (1971, mit Gene Hackman) oder "Frantic" (1988, mit Harrison Ford) zu erreichen. Schade für Idris Elba: Der 43-Jährige hat die Präsenz und Coolness, um Daniel Craig als 007 zu beerben – in diesem Film jedoch konnte er es leider nicht ausreichend beweisen.

Fazit:

Akzeptabler, unterhaltsamer Reißer, den aber nichts über den Durchschnitt hebt.

Artikel vom 18. Juni 2016

Autor: Oliver Noelle