Kindle Amazon

Mit dem Kindle von Amazon können Leseratten auch im Dunkeln lesen. - Foto: © PR

Der große E-Book-Check

Die neuen E-Reader

Können Kindle & Co. wirklich richtige Bücher ersetzen? TV DIGITAL hat neue E-Book-Reader und die größten Shops getestet.

Daneben sehen Bücher ganz schön alt aus: Die neuen E-Book-Reader sind nicht nur leichter als viele Romane, sie liegen auch besser in der Hand. Und weil sie jetzt eine eingebaute Beleuchtung haben, kann man darauf sogar im Dunkeln lesen. Nur was?

Gratis! Die Psychothriller GmbH und TV DIGITAL schenken Ihnen hier die exklusive TV-DIGITAL-E-Book-Edition der neuen Mystery-Serie "Porterville".

Das Angebot an E-Books

Das Angebot an deutschsprachigen E-Books war bis vor Kurzem eher dünn. Ob sich das verbessert hat, haben wir bei fünf großen Anbietern mit einer Liste von 100 Büchern getestet – darunter aktuelle und ältere Bestseller aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch, dazu ein paar moderne und einige echte Klassiker.

E-Book-Shops im Vergleich

E-Book-Shops im Vergleich

* Auswahl der Redaktion, darunter die SPIEGEL-Bestseller Belletristik/Sachbuch, Romane aus den vergangenen Jahren und einige Klassiker

Das Ergebnis: Fast alle kann man heute als E-Book lesen – aber nicht unbedingt auf allen Readern. Wer sich etwa für einen Kindle entscheidet, bindet sich an Amazon als Buchhändler: E-Books anderer Läden bekommt man nicht auf den Kindle, E-Books von Amazon nicht auf andere Reader.

Kindle Paperwhite

Dafür ist der Kindle Paperwhite eines der besten Geräte mit einem knackigen Schriftbild und einem flott reagierenden Touchscreen. Die Beleuchtung ist etwas fleckig, doch das fällt kaum auf. Die Synchronisation von Büchern, Anmerkungen und Lesezeichen funktioniert perfekt (praktisch, wenn man etwa den Reader wechselt), der Shop ist gut integriert und hatte im Test mit 87 von 100 angefragten Titeln das größte Angebot.

Amazon Kindle Paperwhite

Der Akku des Kindle Paperwhite hält acht Wochen, Platz ist für 1100 Bücher. Preis: ab 129 Euro. Info: www.amazon.de Foto: © PR

Auf den Paperwhite mit dem Zusatz 3G lädt man von jedem Ort der Welt kostenlos Bücher über das Mobilfunknetz nach, das 60 Euro günstigere Standardmodell beherrscht das nur über ein WLAN-Funknetz. Amazon- E-Books kann man auch in einer Kindle-App lesen, die es fürs iPhone, das iPad, Android-Geräte und Computer gibt.

Kindle Fire HD 8,9

Neben reinen Readern bietet Amazon mit dem Kindle Fire HD 8,9 einen Tablet-Computer mit Leseapp an, auf dem man auch Fotos und Filme (ein Gratis-Monat der Online-Videothek Lovefilm ist inklusive) ansehen oder spielen kann.

Apps darf man aber nur aus dem Amazon-Shop laden. Der Bildschirm taugt nicht so gut zum Lesen in der Sonne. Dafür ist das Gerät schnell und hat 16 GB Speicher.

Amazon Kindle Fire HD 8,9

Der Kindle Fire HD 8,9 ist eigentlich kein Reader, sondern ein Tablet. Preis: ab 269 Euro. Info: www.amazon.de Foto: © PR

E-Book-Reader Tolino Shine

Der 183 Gramm leichte Tolino Shine ist die Antwort der größten deutschen Buchhändler auf den Kindle. Der Reader ist gut gelungen – ein bisschen was fehlt aber doch: Der Touchscreen reagiert etwas träger, Seitenrand und Zeilenabstand lassen sich nicht ändern.

Tolino Shine

Der Akku des Tolino Shine hält sieben Wochen. Preis: 99 Euro. www.tolino.de Foto: © PR

Je nachdem, wo man den Tolino kauft, ist der jeweilige Shop vorinstalliert, etwa Thalia oder Hugendubel. Prinzipiell kann man zwar auch Bücher aus anderen Online-Läden (außer eben Amazon) auf das Gerät laden, aber das ist etwas umständlich. Der Speicher fasst 4000 Bücher.

Ausgesprochen praktisch ist die Cloud-Integration: Der Reader verbindet sich über die WLAN-Hotspots der Telekom mit dem Internet, gekaufte Bücher landen in der Datenwolke, sodass man sie jederzeit löschen und neu laden oder auf einem anderen Reader oder in einer App lesen kann.

Ein Buch darf auf bis zu fünf Geräte geladen werden – wer sich mit Freunden oder Familienmitgliedern zusammentut, kann so auch gegenseitig Bücher ausleihen. Allerdings funktioniert das nur, wenn alle das gleiche Benutzerkonto verwenden.

Der Kobo Glo

Kobo hat mit dem Glo sicher den schicksten Reader im Angebot, das Rückteil gibt es in verschiedenen Farben. Sein Bildschirm sieht gut aus und funktioniert perfekt. Beschränkt man sich auf Bücher mit dem Kobo-eigenen Kopierschutz, funktioniert ansonsten alles wie bei Amazon: Bücher sind in der Cloud jederzeit verfügbar, Lesezeichen, Anmerkungen und die aktuelle Seite werden synchronisiert, Apps gibt es auch für andere Gerätegattungen.

Kobo Glo

Der Kobo hat Platz für 2000 Bücher und einen Slot für Speicherkarten. Preis: 129,99 Euro. Info: www.kobo.de. Foto: © PR

Einkaufen im Kobo-Buchladen macht allerdings nicht so viel Spaß: Nur 44 von den 100 Titeln auf unserer Testliste sind verfügbar. Weil die meisten anderen E-Books heute mit dem Kopierschutz von Adobe versehen sind, muss man bei Tolino und Kobo erst einmal das Programm "Adobe Digital Editions" auf den Computer laden und den Reader damit im Internet anmelden.

Das Ausleihen von E-Books

Das Ausleihen von E-Books wie in der Bücherei ist mit allen Readern außer dem Kindle mit einem Bibliotheksausweis möglich – unter onleihe.de findet man Angebote der Bücherei in der Nähe.

Wer bei Amazon Prime-Kunde ist (29 Euro pro Jahr) darf sich einmal im Monat ein Buch aus einer Auswahl borgen – darunter etwa alle Harry-Potter-Bände. Auch Libreka bietet Leihbücher an, hier kosten sie aber ein paar Euro für vier Wochen.

Preise für E-Books

Bei den Preisen nehmen sich die Shops übrigens nichts: Bis auf wenige Ausnahmen kosten E-Books überall das Gleiche, meist zwei bis drei Euro weniger als die Druckausgabe. Immerhin gab es neulich "Sakrileg" von Dan Brown ein paar Tage kostenlos und "Ein plötzlicher Todesfall" von Joanne K. Rowling mit 14,99 Euro knapp zehn Euro billiger als gedruckt. Das lässt auf einen generellen Preisrutsch bei E-Books hoffen.

Artikel vom 26. Mai 2013

Autor: Michael Fuchs