Galaxy Gear S von Samsung

Das Zwei-Zoll-Display der Samsung Galaxy Gear S ist gebogen und passt so sehr gut ans Handgelenk. - Foto: © picture alliance

Die neuen Smartwatches

Was können die cleveren Uhren?

Sie zeigen E-Mails, Termine, den Weg – und sind vor allem cool. TV DIGITAL hat die neuesten Smartwatches getestet.

Detektiv Dick Tracy hatte die erste, Captain Kirk sprach mit seiner, die des Knight Riders sprach von selbst: Sie alle trugen Smartwatches – Uhren, die mehr konnten, als die Zeit anzuzeigen. Meist hatten sie einen Bildschirm, piepten und bargen geheimnisvolle Funktionen. Jetzt kann endlich jeder eine haben, in den nächsten Wochen kommen zahlreiche Modelle in den Handel.

Was können die neuen Smartwatches?

Aber was können die neuen Smartwatches überhaupt? Die meisten der smarten Uhren sind vor allem der verlängerte Arm eines Smartphones, weil sie selbst keine Verbindung ins Internet aufbauen können (Ausnahmen: Samsung, Simvalley, Timex, siehe unten). Über Bluetooth ans Handy gekoppelt, meldet und zeigt die Smartwatch E-Mails und SMS-Nachrichten, Termine, Erinnerungen und das Wetter. Auf Wunsch weist sie den Weg, den das Handy berechnet hat, und vibriert, wenn man abbiegen soll. Je nach Betriebssystem – die meisten laufen mit Android Wear, das ein Android-Phone voraussetzt – kann man Apps auf einer Smartwatch installieren, etwa einen digitalen Einkaufszettel.

Darüber hinaus führen einige Uhren ein eigenes Leben, weil sie selbst GPS-Empfänger, Schrittzähler und Pulsmesser haben. Das ist praktisch, wenn man ohne Smartphone joggen möchte. Die Herzfrequenz wird über einen Lichtsensor direkt am Handgelenk ermittelt. Das funktioniert aber nur dann zuverlässig, wenn man die Uhr halbwegs festschnürt.

Kurze Akku-Laufzeit

Den größten Unterschied macht bei Smartwatches die Laufzeit: Weil ein farbiger Touchscreen den meisten Strom zieht, schaltet er sich erst ein, wenn man das Handgelenk nach oben bewegt. Trotzdem halten die Akkus selten länger als einen Tag durch, selbst bei den klobigeren Modellen, die mehr Platz für eine größere Batterie bieten. Apple gibt für seine Watch, die erst Anfang nächsten Jahres erscheint, gegenwärtig noch gar keine Laufzeit an – mehr als 24 Stunden sind aber sehr unwahrscheinlich.

Wer braucht eine Smartwatch?

Niemand wirklich. Aber das hätte man einst über das Auto, den Standmixer oder das Mobiltelefon auch sagen können – bevor die ganze Welt so etwas haben wollte. Wer bislang alle fünf Minuten das Handy aus der Hose kramte, um seine E-Mails zu checken, muss künftig nur noch lässig aufs Handgelenk schielen. Das ist immerhin deutlich diskreter.

Captain James T. Kirk übrigens hat seine Smartwatch nur in einigen wenigen "Star Trek"-Folgen Ende der 70er-Jahre getragen. Dann benutzte er wieder seinen Communicator – und das war sozusagen seine Rückkehr zum Handy.

Die neuen Smartwatches im Überblick

Apple Watch

Die Apple Watch steuert man über den Touchscreen oder das Rädchen am Rand, sie hat einen Puls-Sensor, versteht Sprachbefehle und Diktate – aber nur, wenn sie mit einem iPhone (ab Version 5) verbunden ist. Die Uhr erscheint in drei Versionen, Armbänder lassen sich wechseln. Anfang 2015 soll sie in den Handel kommen, wie lange der Akku hält, ist noch offen.
Preis: ab 349 Dollar (in den USA)

Samsungs Galaxy Gear S

Das Zwei-Zoll-Display der Samsung Galaxy Gear S ist gebogen und passt so sehr gut ans Handgelenk. Ein Smartphone braucht die Uhr nicht, sie hat ein eigenes Funkmodul, mit dem man über ein Headset telefoniert. Mit Pulsmesser, GPS, WLAN, Barometer und UV-Sensor, der warnt, wenn man zu lange in der Sonne ist: Mehr bietet derzeit keine andere Smartwatch. Laufzeit: zwei Tage.
Preis: noch offen

Sonys Smartwatch 3

Sonys Smartwatch 3 läuft zwar unter Android Wear, aber mit einer eigenen Bedienoberfläche, mit der man auch die Kamera auf dem gekoppelten Smartphone steuern kann. Die Uhr hört auf Sprachbefehle und zeigt Infos vom Handy an, hat aber selbst einen GPS-Empfänger – und kann damit den Weg zu einem Ziel weisen. Es gibt die Smartwatch mit austauschbarem Silikon- oder Metallarmband.
Preis: ab ca. 230 Euro

Motorola Moto 360

Für die Motorola Moto 360 gibt es viele digitale Zifferblätter – damit lässt sie sich (äußerlich) in eine analoge Uhr verwandeln. Sie läuft unter Android Wear und zeigt E-Mails, Nachrichten, Termine und Navi-Anweisungen vom Smartphone an. Und sie misst die Herzfrequenz, etwa beim Joggen. Das runde Touchdisplay sieht toll aus, dafür hält der Akku nur einen Tag.
Preis: ca. 250 Euro

Pebble

Bis zu einer Woche hält die Pebble mit einer Akkuladung durch. Grund: das schwarzweiße, etwas pixelige, sparsame Display, das auch E-Bookreader nutzen. Neben Zifferblättern gibt es Hunderte Apps, z. B. zum Navigieren. Für iOS/Android.
Preis: ab 160 Euro

Cogito

Die Cogito zeigt Symbole für E-Mails, Termine und Nachrichten an, wenn sie mit dem Handy verbunden ist. Dafür hält die Batterie Monate. Für iOS/ Android.
Preis: ca. 150 Euro

Timex Ironman One

Dank Funkmodul kann die Timex Ironman One GPS+ Daten auch ohne Handy empfangen – Telefonate sind aber nicht möglich. Die Uhr ist bis 50 Meter Tiefe wasserdicht, hat GPS und spielt Musik.
Preis: noch offen

Simvalley AW-420. RX von Pearl

Mit der Simvalley AW-420. RX von Pearl kann man auch (über Lautsprecher) telefonieren, in der wasserdichten Uhr arbeitet ein komplettes Android- System inklusive App- Store. Neben dem Touchdisplay gibt es zwei Bedienknöpfe, dazwischen sitzt die Kamera.
Preis: ca. 270 Euro

Pulsense PS-500

Epsons 44 Gramm leichte Pulsense PS-500 misst ständig den Puls, prüft den Schlafrhythmus, zählt Schritte und Kalorien und vibriert bei Anrufen, E-Mails und Terminen vom gekoppelten Handy. Dort zeigt eine App die Gesund heitsdaten. Für iOS/Android.
Preis: ca. 200 Euro

G Watch/G Watch R

Ob rund oder eckig: Das Design der G Watch/G Watch R von LG setzt auf Coolness. Beide laufen unter Android Wear, das mit einem Android- Smartphone gekoppelt werden muss. Dann zeigen sie E-Mails, SMS, Termine und zurückgelegte Schritte an. Auf den Zuruf "O.k. Google" werden Suchanfragen, Notizen oder Navigationsziele per Sprache entgegengenommen – das funktioniert erstaunlich gut. Mit knapp einem Zentimeter trägt das Gehäuse kaum auf. Für Android.
Preis: ab 180 Euro

Artikel vom 25. Oktober 2014

Autor: Michael Fuchs