HDTV

Immer mehr Sender stellen ihr Programm auf HDTV um; Bild: © dpa

HDTV: Sender und Programme

High Definition Television

Es ist eine Revolution auf Raten. Obwohl es schon seit 2005 Flachbildfernseher mit dem "HD ready"-Logo gibt, kam High Definition Television – oder kurz HDTV – lange nicht in Fahrt. Doch jetzt geht es endlich richtig los: Die wichtigsten Sender haben auf das hochauflösende Format umgestellt, und ständig kommen neue hinzu.

Gute Gründe, auch als Zuschauer umzusteigen. Denn wer einmal die Schärfe und den Detailreichtum von HDTV erlebt hat, der möchte nie wieder anders fernsehen.


Überblick: Alle HD-Sender und HD-Programm-Highlights


Muss man auch nicht, solange man eine Satellitenschüssel oder einen Kabelanschluss hat. Über DVB-T wird es HDTV frühestens ab 2014 geben – wenn überhaupt. Zwar spricht technisch nichts dagegen, aber nur knapp zwölf Prozent der deutschen Haushalte nutzen das digitale Antennenfernsehen: Dafür lohnt die teure Umstellung nicht.

Erstes und Zweites sind schon seit eineinhalb Jahren über Sat und Kabel frei zu sehen. Pünktlich zur Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens ist jetzt der nächste große Schritt in Sachen HD geplant. Ab 1. Mai 2012 werden die meisten Dritten Programme (BR, NDR, SWR, WDR), die ZDF-Ableger (ZDF Info, ZDF Neo, ZDF Kultur) und die Gemeinschaftsprojekte Phoenix, 3sat und KiKa hochauflösend ausgestrahlt. Anfang 2014 folgen HR, MDR, RBB, Eins Extra, Eins Festival und Eins Plus. Alle diese Sender sollen allerdings erst einmal nur über den Satelliten Astra verbreitet werden.

Auch im Kabel tut sich was. Kabel Deutschland (KD), mit 8,7 Millionen Kunden größter Netzbetreiber, plant für den 5. Oktober dieses Jahres die große Offensive. "Wir stellen unser gesamtes Angebot auf HD um", so KD-Sprecher Marco Gassen. Und mit den HD-Versionen von Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und Sixx kommen dann endlich auch einige Private hochauflösend übers Kabel. Gassen: "Die Sender werden in jedes unserer Pakete integriert, auch in den normalen Kabelanschluss." Der wird dafür zwei Euro pro Monat teurer, die anderen Angebote kosten maximal drei Euro mehr. Außerdem sollen "mindestens zwei" neue Pay-TV-Sender in HD geschaltet werden. Den passenden HD-Receiver liefert Kabel Deutschland standardmäßig mit.

Wer über Satellit Privatsender in HD sehen will, muss dagegen einige Klimmzüge machen – und extra zahlen: 50 Euro "Servicepauschale" berechnet die Astra-Plattform HD+ für den Empfang von elf Sendern um Sat.1 und RTL pro Jahr. Für das Geld bekommt man eine eigene Smartcard, die wiederum nur in dafür geeigneten Receivern nutzbar ist. Immerhin: Als Pay-TV-Abonnent (in Deutschland, nicht in Österreich) kann man HD+ auf die Sky-Karte schalten lassen, das erste Empfangsjahr ist dann kostenlos. Damit sehen Sky-Kunden je nach Abo bis zu 30 HD-Sender – und die nächsten stehen schon in den Startlöchern. Vom 15. Oktober an werden Fox HD und Nat Geo Wild HD geschaltet, im Winter folgt Sky Sport News HD, ein 24-Stunden-Sportnachrichtensender.

Angetrieben wird die HD-Entwicklung von den Wünschen der Abonnenten. "Die Zahl der Sky-HDKunden hat Mitte des Jahres die Marke von 1,2 Millionen überschritten", sagt Tobias Tringali von Sky, "die Zahl der Abonnenten mit Sky-Premium-HD-Paketen verdoppelte sich nahezu auf 714 000."

Auch auf Telekom Entertain, mit über einem Dutzend HD-Sendern gut ausgestattet, können Kunden die Privaten via HD+ gucken – allerdings nur, wenn sie die neue Entertain-Sat-Variante buchen. Dabei greift man über die Schüssel auf Satellitenprogramme, über die Telefonbuchse auf Video-on-Demand-Dienste und Komfortfunktionen (wie den elektronischen Programmführer EPG oder E-Mail) zu.

Aber: Das große Fußballpaket "LIGA total!" mit allen Spielen in HD gibt es auf diesem Wege leider nicht, sondern nur über das normale Entertain-IPTV-Paket.

HDTV lohnt sich – auch wenn einige Angebote je nach Empfangsweg noch nicht ganz komplett sind. Praktisch alle Anbieter sind eifrig dabei, die letzten Lücken in den Programmlisten zu schließen. Und die Sender produzieren mehr und mehr in "echtem" HD (statt Sendungen einfach nur auf die höhere Auflösung zu vergrößern).

Ob Sat oder Kabel: HDTV zaubert jeden Tag mehr faszinierende Bilder auf den Flachfernseher, über die man immer wieder staunen kann.

Als das Farbfernsehen startete, reichte noch ein Knopfdruck des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt – und die Republik konnte bunt gucken. Zugegeben, für HDTV müssen ein paar Knöpfe mehr gedrückt werden – aber dafür sind die Bilder ja auch unvergleichlich brillanter als 1967.

Überblick: Alle HD-Sender und HD-Programm-Highlights

Artikel vom 02. Oktober 2011

Autor: Michael Fuchs