Cloud-Dienst flickr

Flickr ist ein Onlinespeicher-Dienst, bei dem Sie Fotos in der Cloud speichern können. - Foto: © dpa

So funktioniert die Cloud

Die besten Cloud-Dienste

Tausende Bilder jederzeit griffbereit: TV DIGITAL zeigt Ihnen die besten Cloud-Dienste im Web.

Seitdem sich das Fotografieren per Digitalkamera durchgesetzt hat, türmen wir Gigabyte-Berge an. Schnappschüsse aus dem Urlaub oder vom letzten Kindergeburtstag häufen sich auf Festplatten und lassen sich mit etwas Mühe auf dem eigenen Computer auch einigermaßen gut sortieren.

Wer aber seine besten Bilder online für Freunde zugänglich ablegen oder sie unterwegs per Smartphone oder Tablet vorzeigen will, sollte unbedingt Cloud-Dienste in Anspruch nehmen, die Fotos in Web-Galerien abspeichern.

Doch sind Ihre Dateien dort auch wirklich sicher? Und was kostet der Service eigentlich? TV DIGITAL stellt die beliebtesten Internetdienste vor.

So funktioniert die Cloud

Werden digitale Fotos normalerweise auf Festplatten gespeichert, funktioniert die Cloud anders: Sie sichert Ihre Daten extern bei einem Dienstleister, der Zugriff erfolgt übers Internet. Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie sparen Speicherplatz und verlagern den Standort Ihrer Fotos per einfachem Upload in die Cloud ("Wolke"), auf die Sie von überall aus Zugriff haben – egal von welchem Medium aus. Je kleiner die Bilddateien und je besser Ihre Internetverbindung, desto schneller erfolgt das Hochladen der Bildersammlungen.

Wer sieht was?

Die Bikini-Fotos aus dem letzten Urlaub sind schön anzusehen, aber nicht unbedingt für Ihren Chef bestimmt. Cloud-Dienste wie Flickr, Google+ oder Telekom fragen in den Upload-Einstellungen, wer die Fotos anschauen darf, per Link kann man auch Einladungen verschicken.

Bei Facebook sollten Sie grundsätzlich darauf achten, dass nur Freunde Einsicht in Ihr Profil haben. Wer Bilder postet, kann darüber hinaus zusätzlich filtern, welche Personen sie sehen dürfen. Nachteil: Wer nicht bei Facebook ist, kann auch Ihre Fotoalben nicht anschauen.

Konkurrent Flickr rühmt sich zwar auch, Ihre Bilder sicher zu lagern. Doch beim Upload verliert man in den verschiedenen Ordnerstrukturen leicht den Überblick. Hier ist Geduld gefragt, vor allem für brisantes oder gar intimes Bildmaterial.

Sind meine Bidler sicher?

Besonders die iCloud von Apple oder die Deutsche Telekom hantieren mit Millionen Gigabyte privater Daten, die in hoch gesicherten Servern lagern. Sofern der verschickte Foto-Link nicht in die falschen Hände gerät, bleiben die Fotos dort auch vertraulich oder sind Freunden vorbehalten.

Eine Tücke gibt es dennoch: "Cloud-Dienste verschlüsseln die Fotos beim Upload, aber sie haben auch den passenden Schlüssel parat, um die Fotos anzusehen und zu prüfen", sagt Thilo Weichert, der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein. "Die Inhalte können für Werbezwecke missbraucht werden." Google+ gibt offen zu, dass Fotos ausgewertet werden, "um die Ergebnisse bei der Suchmaschine zu optimieren".

Datenschützer raten grundsätzlich dazu, sich bei einer Cloud anzumelden, die in den Nutzungsbestimmungen garantiert, dass sie europäischem Recht folgt.

Vorteile versus Nachteile

Verschiedene Features wiederum sind top: Facebook punktet mit Gesichtserkennung und kann die Bilder auch einem Ort zuweisen. Bei Flickr können Sie die Fotos auf eine Landkarte ziehen, so werden sogenannte Geotags gespeichert. Alle Dienste sortieren die Schnappschüsse übersichtlich in ansehnlichen Galerien, die man auf Wunsch auch in eine Diashow verwandeln kann – Komfort und Benutzerfreundlichkeit sind jetzt schon sehr ausgereift.

Flickr & Co. arbeiten trotzdem an noch besseren Funktionen zum Sortieren, Gruppieren und Finden von Bildern. Gratis sind die Cloud-Dienste obendrein – auf den ersten Blick jedenfalls. Die Währung, mit der man zahlt, sind persönliche Daten.

Cloud-Dienste im Vergleich

iCloud

• Speicherplatz: 5 GB gratis, bis 55 GB ca. 80 €/Jahr
• Für: iPhone, iPod Touch, iPad, Mac, PC (über die "Control Panel"-Funktion)
• Sicherheit: Fotos werden nicht verschlüsselt, sind auf den riesigen Apple-Servern aber sehr sicher
• Extras: Für Apples iCloud kann man sich zusätzlichen Speicher kaufen (bis 55 GB möglich, s. o.)

Google +

• Speicherplatz: 15 GB gratis (genug für ca. 11.000 Bilder)
• Für: iPhone, iPod Touch, iPad, Tablet, Android, Windows Phone 7, PC, Mac
• Sicherheit: Google behauptet, dass die Fotos ausgewertet werden, um die Suchmaschine "zu optimieren"
• Extras: Fotos in überschaubarer Größe (bis zu 2048 Pixel) nehmen keinen Speicherplatz in Anspruch

Telekom

• Speicherplatz: 25 GB gratis, bis 100 GB ca. 120 €/Jahr
• Für: iPhone, iPod Touch, iPad, Tablet, And- roid, Windows Phone 7, PC, Mac (auch für Nichtkunden)
• Sicherheit: Telekom versendet Link und Kennwort für Benutzer in zwei separaten E-Mails
• Extras: Speicher-Erweiterungen bis 100 GB sind möglich (s. o.) – Telekom-Entertain-Kunden sehen Fotos per TV-Gerät

Flickr

• Speicherplatz: 1 Terabyte gratis (ca. 500.000 Fotos)
• Für: iPhone, iPod Touch, iPad, Tablet, Android, Windows Phone 7, PC, Mac
• Sicherheit: Etwas kompliziert. Bis Fotos "privat" sind, muss man sich durch mehrere Ordner wühlen
• Extras: Werbefrei möglich für 49,99 Dollar/ Jahr (ca. 37 €) – Speicher-Erweiterung: 2 TB für 499,99 Dollar/Jahr (ca. 367 €)

Facebook

• Speicherplatz: 2 GB gratis (ca. 1.500 Fotos)
• Für: iPhone, iPod Touch, iPad, Tablet, Android, Windows Phone 7, PC, Mac
• Sicherheit: In Einstellungen zur "Privatsphäre" kann man auswählen, wer die Fotos sehen darf
• Extras: Personen und Orte können markiert werden und werden dann erkannt

Artikel vom 18. Januar 2014

Autor: David Siems