Modedesigner Karl Lagerfeld wirbt für Video-on-Demand bei Sky.

Modedesigner Karl Lagerfeld wirbt für das Video-on-Demand-Angebot bei Sky. / Fotos: © Sky

Video-on-Demand

Das Kino fürs Wohnzimmer

Ein Kino in den eigenen vier Wänden – dieser Traum erfüllt sich für immer mehr Filmfans. Buzz Lightyear, Jack Sparrow und Captain America müssen dazu keinen Umweg mehr über die Videothek um die Ecke machen. Sie kommen mit Highspeed via Kabel, Satellit oder Internet direkt ins Haus. Natürlich kann der Heimkinodirektor auch jederzeit eine romantische Komödie oder spannende Doku aufs Programm setzen. Und "jederzeit" bedeutet hier tatsächlich: Wann immer man will, unabhängig von festen Sendezeiten.

Filme und TV-Serien bucht man heute online, und zwar genau dann, wenn man sie sehen will. Die dafür nötige Technik gibt es schon länger. Doch noch nie war es so einfach wie heute, sie zu nutzen. Vor allem: Nie zuvor war das Angebot so groß. Das Zauberwort heißt Video-on-Demand (zu Deutsch: Video auf Abruf) – und funktioniert so: Vom Fernsehsessel aus durchstöbert der Zuschauer den Online-Katalog eines Anbieters und klickt per Fernbedienung auf den Titel, den er gern sehen möchte. Wenige Sekunden später läuft bereits der Vorspann. Denn Videos werden "gestreamt", können also bereits während der Übertragung der Daten angeschaut werden.

Die Digitaltechnik kann sogar noch mehr: So stehen viele Inhalte längst auch in hoher Auflösung und in 3-D bereit. Richtig Spaß machen die Angebote, seit die Studios ihre Produktionen immer früher für den Online-Verleih freigeben. Die Voraussetzung für den Empfang ist ein Digitalanschluss. Da am 30. April 2012 die analoge TV-Ausstrahlung via Satellit abgeschaltet wird, werden bald noch mehr Zuschauer auf digitales Fernsehen umsteigen und so Video-on-Demand nutzen können.

Was man sonst noch braucht, hängt davon ab, welche Empfangsart man nutzen möchte: Kabel, Satellit oder Internet sind die technischen Alternativen. Eine zur Empfangsart passende Set-Top-Box wird an den Fernseher angeschlossen. Sie wandelt die Signale in bewegte Bilder um und liefert die Menüs, über die sich der Zuschauer seine Filme aussucht. Entscheidend ist, dass das Empfangsgerät vom jeweiligen Anbieter zertifiziert wurde. Klingt komplizierter, als es ist: Auf ihren Internetseiten informieren die Online-Videotheken darüber, welche Hardware mit ihrem Angebot kompatibel ist.

Die Anbieter für Video-on-Demand im Überblick:


Senderliste Video on Demand

Auch Sky hat kürzlich sein Abruf-Angebot erweitert. Jetzt können Sky-Kunden auch die Highlights des Programms anschauen, wann sie wollen. Rund 40 aktuelle Titel sind direkt über die Festplatte des Receivers abrufbar. Jeweils über Nacht wird das Angebot um neue Titel aktualisiert. Für Inhalte, die bereits im gebuchten Abo-Paket enthalten sind, zahlt man keinen Cent extra. Nur für die noch aktuelleren Sky-Select-Filme wird – wie gewohnt – eine zusätzliche Gebühr fällig, die in etwa der Leihgebühr einer Videothek entspricht. Zunächst gibt es Sky Anytime nur via Satellit. Voraussetzung ist ein Sky+-HD-Festplattenreceiver, eine Internetanbindung ist nicht nötig. In Kürze werden dann auch Sky+-Kabelkunden sowie Nutzer weiterer Sky-zertifizierter Set-Top-Boxen in den Genuss dieses Angebots kommen.

Noch flexibler ist man mit Sky Go, das via Internet zum Zuschauer kommt. Damit können Sky-Kunden unabhängig von Ort und Zeit ihr eigenes Programm zusammenstellen. Aktuell stehen 200 Filme bereit, das Angebot wird ständig aktualisiert und soll bald auch auf dem iPad nutzbar sein. Brian Sullivan, Chef von Sky Deutschland, ist sich sicher: "Sky Go ist der Beginn einer TV-Revolution und Kern unserer TV-Vision im 21. Jahrhundert." Entscheidend für den Kunden seien heute Auswahl und Flexibilität.

Auch kabel deutschland ist in das Video-on-Demand-Geschäft eingestiegen. "Select Video" heißt das Angebot, das derzeit allerdings nur in Berlin, Hamburg und München verfügbar ist. Kunden wählen im Archiv Filme oder TV-Sendungen aus, sind dabei ebenfalls unabhängig von festen Zeiten und können 60 Prozent der Spielfilme sogar in HD-Qualität sehen. "Durch die neue interaktive Wohnzimmer-Videothek zeigt das Fernsehkabelnetz seine enorme technische Leistungskraft", sagt Adrian von Hammerstein, Vorstand von Kabel Deutschland.

Wirklich harte Zeiten also für die kleinen Videotheken um die Ecke, die Zahlen belegen es: 2795 Filmverleiher waren 2010 über das Bundesgebiet verstreut. Fünf Jahre zuvor waren es noch 4273. Video-on-Demand ist sicherlich die Zukunft. Ein perfektes Heimkino-Erlebnis, komplett unabhängig von Start- und Öffnungszeiten.

Artikel vom 24. September 2011

Autor: Steffen Haubner