Was bringt das ultrahochauflösende UHD wirklich?

Was bringt das ultrahochauflösende UHD wirklich? - Foto: © picture alliance / Yonhap

Was bringt UHD?

Lohnt sich der Umstieg?

Vielleicht geht ja diesmal alles viel schneller: Kaum sind die ersten Fernseher mit der ultrahochauflösenden Technik UHD (Ultra High Definition) ein paar Monate auf dem Markt, fallen bereits die Preise – das hatte bei Full HD Jahre gedauert. Aber soll man wirklich jetzt schon auf "Ultra High Definition" (auch 4K genannt) umsteigen?
TV DIGITAL beantwortet die wichtigsten Fragen.

WAS BRINGT UHD WIRKLICH?

Rechnerisch viermal mehr Bildpunkte als Full HD, also acht statt zwei Millionen. Das klingt gewaltig, schärfer sieht man das Bild bei normalem TV-Abstand aber kaum: Ab zwei Metern kann das menschliche Auge den Unterschied zwischen Full HD und UHD auf einem 55-Zoll-TV nicht mehr erkennen. Der Reiz von UHD liegt jedoch in der Größe, denn auch Riesenbildschirme mit einer Diagonale von 60 Zoll und mehr (umgerechnet 1,52 Meter) erreichen mit UHD eine hohe Bildqualität. Samsung hat gerade ein Gerät mit einer Diagonale von 2,80 Metern vorgestellt – für aberwitzige 150 000 Dollar.

WIE KANN ICH UHD SEHEN?

Bei uns noch gar nicht. Filme in 4K-Auflösung wird es wohl nicht mehr auf Disc geben, denn dafür wäre ein Blu-ray-Nachfolger nötig, der nicht in Sicht ist. In den USA liefert Sony zu seinen UHD-Fernsehern einen Festplattenspieler mit zehn Filmen mit, ein Onlinedienst mit weiteren Angeboten in UHD ist bereits in Arbeit. Der amerikanische Video-on-Demand- Anbieter Netflix will die zweite Staffel der Politserie „House of Cards“ in UHD übers Internet an seine Kunden streamen, auch Amazon dreht neue Projekte in der hohen Auflösung. In Deutschland ist Sky zwar an UHD interessiert, wann erste Sendungen ausgestrahlt werden, ist aber ungewiss.

LOHNT SICH UHD SCHON JETZT?

In den USA gibt es UHD-Fernseher schon für 500 Dollar – aber die sind nur 39 Zoll (ca. 99 cm) groß und dafür reicht auch Full HD. Die gute Nachricht: Preise für UHD-Geräte sinken schnell. Wer in ein paar Monaten ohnehin einen neuen Fernseher kaufen will, gewinnt mit einem UHD-Gerät auch bei HD-Filmen an Bildqualität. Laut Tests allerdings nur bei wirklich gutem Ausgangsmaterial, also Blu-rays oder HD über Satellit oder Kabel. Mit DVB-T-Empfang kann man sich UHD erst einmal sparen.

WIRD ES 3-D AUCH IN UHD GEBEN?

Die meisten UHD-Fernseher werden auch 3-D-tauglich sein, Filme dann aber nur in HD-Auflösung wiedergeben. Derzeit flaut die Begeisterung für 3-D auf dem Fernseher – anders als im Kino – ohnehin etwas ab.

WIRD UHD DAS FERNSEHEN VERÄNDERN?

Weil die Bildschirme größer werden und gewölbte Fernseher auf den Markt kommen, wird das Heimkino-Erlebnis realistischer. Aber nicht nur bei Filmen wird man mit UHD stärker "mittendrin" sein, bei Fußballübertragungen könnte zum Beispiel das gesamte Spielfeld gezeigt werden – man würde die Spieler trotzdem noch gut erkennen. Sky denkt darüber hinaus auch über Multiview- Angebote nach, also etwa vier HDTV-Bilder auf einem Schirm.


UHD-Fernseher im Vergleich
Von teuer bis günstig: Vor allem bei den größeren Geräten zahlt man noch ordentlich drauf, der chinesische Hersteller Hisense zeigt, dass es – etwas kleiner – schon billiger geht:

HEIMKINO
Twin-Tuner und 65 Zoll (1,64 Meter) – Samsungs UE65F9090 spielt mit in der UHDTopliga.
Preis: 4799 Euro. Info: samsung.de

CHINAKRACHER
Als 58-Zöller (1,46 Meter) ist der Hisense LTDN58XT880 ein Schnäppchen, zeigt aber Schwächen beim Bild.
Preis: 1499 Euro. Info: hisense.de

TIEFENWIRKUNG
Der Toshiba 58M9363 misst 58 Zoll (1,46 Meter), zwei 3-D-Brillen werden mitgeliefert.
Preis: ca. 3000 Euro. Info: toshiba.de

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Artikel vom 11. Februar 2014

Autor: Michael Fuchs