Hybrid TV: TV-Gräte mit Internetzugang revolutionieren das Fernsehen
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Hybrid TV: TV-Gräte mit Internetzugang revolutionieren das Fernsehen

Hybrid-TV

Was Hybrid-TV alles kann

Neben 3-D-Fernsehen ist das große Trendthema Hybrid-TV: Fernsehgeräte mit Internetzugang. Und die neue Generation webfähiger Hybrid-TVs hat durchaus das Potenzial, das Unterhaltungsmedium zu revolutionieren. "Der Flachbildschirm wird in den nächsten Jahren ein multimediales Terminal, das neben dem klassischen Fernsehen eine Vielzahl von neuen Anwendungen ermöglicht", so Matthias Greve vom Karlsruher Unternehmen VideoWeb, das Produkte für interaktive TV-Applikationen entwickelt.

Hybridgeräte verbinden das Beste aus zwei Welten: Informationen aus dem regulären DVB-Signal von Antenne, Sat-Schüssel oder aus dem Kabel mit Daten aus dem Internet. Bis 2014 sollen rund 42 Prozent aller verkauften TV-Geräte internetfähig sein.

Für den Zuschauer bedeutet die Verschmelzung beider Techniken, dass er auf eine Fülle von Unterhaltungs- und Nachrichtenangeboten zugreifen kann. Entweder ruft er sich Zusatzinformationen zur laufenden Sendung auf den Schirm, etwa das Rezept des Menüs, das der Fernsehkoch gerade zubereitet, oder er stöbert in den Mediatheken der Sender nach verpassten Folgen seiner Lieblings-Soap. Dank Internet-TV kann er aber auch auf spezielle Web-TV-Sender zugreifen, sich Videoclips anschauen, Spielfilme herunterladen oder favorisierte Programme markieren, an die ihn dann der Webdienst erinnert. Und das ist erst der Anfang, die Anwendungsmöglichkeiten der neuen Technik sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

So gibt es auch noch gar keine TV-Geräte, die den neuen Standard für programmbegleitende Informationen HbbTV (Hybrid broadcast broadband Television) kennen. HbbTV verknüpft alle relevanten Daten aus dem Fernsehgeschehen – Inhaltsangaben, Videotext, Mediatheken und interaktive Funktionen – auf einem Portal und besorgt sich seine Infos, wie der Name schon sagt, auch aus dem Internet. TV-Hersteller Loewe will im Dezember den ersten Fernseher mit HbbTV in Deutschland auf den Markt bringen.

Ungeduldige können sich den attraktiven Dienst aber heute schon per Set-Top-Box oder mit Sat-Receivern ins Haus holen, die HbbTV bereits beherrschen. Dazu gehören Geräte wie VideoWeb 600S (siehe rechts), Humax iCordHD+ oder Eviado one. Mit ihnen lassen sich auch bequem ältere Flachbildfernseher nachrüsten.

HbbTV-Inhalte bieten bisher ARD, ZDF, das Bayerische Fernsehen, die RTL- und ProSieben-Gruppe und Arte an. Bei den reinen Internetangeboten setzen die Hersteller auf unterschiedliche Techniken. Während Philips und Loewe etwa den freien Webzugang per URL-Eingabe zulassen und sehr viele Applikationen, sogenannte Apps, anbieten, haben u. a. Panasonic oder Samsung haus-eigene geschlossene Systeme mit wesentlich weniger Apps im Programm.

Vor dem Kauf sollte man sich erkundigen, welches Webangebot der Fernseher mitbringt. Für die Anbindung ans Internet ist ein DSL-6000-Anschluss perfekt. Das absolute Minimum für die ruckelfreie Übertragung von Videos liegt bei DSL 2000.

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Artikel vom 15. November 2010

Autor: Michael Furmanek - Bilder: PR