Mit einer GPS-Uhr kommt man sicher durch das Gebirge.

Mit einer GPS-Uhr kommt man sicher durch das Gebirge. / Foto: © Garmin

Was taugen Outdoor-Navis für Wanderer und Radler?

Plus: die neuen Smartphone-Lotsen

Als Hänsel und Gretel im dunklen Wald unterwegs waren, verstreuten sie Brotkrumen, um auf jeden Fall wieder zurückzufinden. Das ging bekanntermaßen schief. Falls Sie also demnächst durch herbstbunte Wälder wandern oder mit dem Mountainbike über schroffe Trails balancieren möchten, vertrauen Sie am besten auf ein dafür geeignetes Navigationsgerät. Auch bei der Suche nach Pilzen kann so ein Gerät für Sicherheit sorgen, denn auf der Jagd nach leckeren Steinpilzen und Pfifferlingen hat sich schon mancher verirrt. Obendrein können Sie bequem per Knopfdruck die besten Fundstellen fürs nächste Jahr abspeichern.

Fast so, wie die Pilze zum Herbst aus dem Boden schießen, kommen auch immer mehr Outdoor-Navis auf den Markt. Wander- und speziell auch Fahrradlotsen liegen jetzt im Trend. Wer gelegentlich die Natur durchstreifen möchte, greift am besten zu einem Gerät mit vorinstallierten Wanderrouten. Sie schlagen dem Nutzer passend zur Kondition und zum Zeitkontingent eine oder mehrere Routen vor, denen er dann nur folgen muss.

Ambitionierte Wandergesellen und Alpinisten, die ihre Routen am liebsten selbst planen, greifen besser zu Geräten, auf die man spezielle Karten laden kann. Auf den meisten Wandernavis ist nämlich nur eine Basiskarte installiert, die nicht allzu viele Details anzeigt. Hersteller wie etwa Magellan bieten deshalb zusätzliche topografische Karten an. Mit Preisen zwischen 100 und 200 Euro sind sie nicht ganz billig, zeigen aber dann auch jeden Knüppelpfad und Bachlauf an. Einige Geräte können auch selbst erstellte Routen von einer Karte einlesen. Viele Touren gibt es zudem ausgearbeitet und gratis zum Überspielen auf sogenannten Tourenportalen wie etwa www.outdooractive.com.


Die neuen Outdoor-Navis und Smartphone-Lotsen:

Wandernavis im Überblick

Navigatoren für Radler

Das können Smartphone-Lotsen


Per pedes oder mit dem Fahrrad? Diese Grundfrage stellt sich als erste vor dem Kauf. Viele Wandernavis beherrschen zwar beide Möglichkeiten der Routenberechnung, aber trotzdem gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Wander- oder Fahrradspezialisten. Und manchmal ist allein schon die sichere Halterung für den Fahrradlenker ein nicht zu unterschätzendes Kaufargument.

Außerdem sind bei den auf Radler spezialisierten Lotsen Karten mit speziellen Fahrradwegrouten vorinstalliert. Bei der Routenberechnung tendieren manche Radnavis mehr zur Landstraße als zum Fahrradweg. Dies sollte man wenn möglich vor dem Kauf testen.

"Mit dem Smartphone geht das doch auch alles, da muss ich doch nicht noch ein Gerät extra mitschleppen", wird jetzt der eine oder andere sagen. Im Prinzip ist das nicht falsch. Für den gelegentlichen Ausflug in die Natur ist das Mobiltelefon durchaus zu gebrauchen. Bei schönem Wetter und mit einer ansprechenden Wander-App für iPhone und Co., die es gratis oder für wenig Geld gibt, kann das gut funktionieren und Spaß machen.

Für größere Abenteuer reicht es aber nicht, schon weil es kaum wetterfeste Smartphones gibt. Zudem lassen sich die Touchscreen-Displays nicht mit Handschuhen bedienen, und topografische Karten in einer Qualität, wie man sie bei den Spezialisten findet, sucht man vergebens. Ein wichtiger Punkt sind zudem die Akkulaufzeiten. Einem Telefon geht deutlich schneller der Saft aus als einem echten Outdoor-Navi, das auch mit Batterien läuft. Und nichts ist schlimmer als die Vorstellung, mit leerem Akku im Wald zu stehen und sich zu fragen: "Wo bin ich?"

Artikel vom 29. September 2012

Autor: Michael Furmanek